Wahlen im Kanton Bern – schwule und lesbische Kandidaten

- Regierungsrat Bernhard Pulver
Network organisierte am 23. März eine überparteiliche schwul-lesbische Wahl-Plattform zu den Regierungs- und Grossratswahlen im Kanton Bern vom 28. März. Moderiert wurde der Anlass von Kurt Aeschbacher, der kluge aber auch provokative Fragen stellte.
Zuerst führte er ein Gespräch mit Regierungsrat Bernhard Pulver über seine vier Jahre Arbeit als Regierungsrat und Vorsteher der Erziehungs- und Kulturdirektion des Kantons Bern. Bernhard Pulver erklärte, er möchte Ruhe in die Schulen bringen und die Reformen der letzen Jahre konsolidieren. Weiterhin sei es sein Anliegen, dass in den Schulen im Rahmen der Sexualkunde auch das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe behandelt werde. In den vier Jahren habe er vieles anstossen können. Er bewerbe sich trotz der grossen Belastung nochmals um das hohe Amt, damit seine Arbeit zum tragen komme.
Anschliessend diskutierte Kurt Aeschabchern mit dem Grossratskandidaten Beat Feurer, mit dem Grossrat Thomas Fuchs, der Grossratskandidatin Aline Haldemann, den Grossratskandidaten Wuddri Rim, Jean-François Schafroth und Marcel Wüthrich. Es folgte eine Fragerunde im Plenum zu schwullesbischen Anliegen und zu der immer aktuellen Steuerfrage. Zum Schluss wurde ein Apéro serviert.
Bericht von Andrea Sommer in der Berner-Zeitung
Die schwul-lesbische Wahl-Plattform – ein Anlass organisiert von Network, unterstützt von Pink Cross, Wybernet und hab.
Porträts der schwul-lesbischen Kandidaten und Kandidatinnen
International Business Equality Index
Die Internationale Schwule und Lesbische Handelskammer gibt die homosexuellen-freundlichsten Unternehmen der Welt bekannt: BT Group, IBM und The Dow Chemical Company
Kopenhagen, 28. Juli 2009
Die Internationale Schwule und Lesbische Handelskammer (IGLCC – International Gay and Lesbian Chamber of Commerce) veröffentlicht die erste Ausgabe des In-ternational Business Equality Index. Der Index erfasst, wie multinationale Unternehmen Diversity- und Inclusion-Programme (Förderung der Vielfalt und Integration) ein- bzw. umsetzen, insbesondere wie sie in Ländern, in denen sie agieren, mit Homosexualität, Bisexualität und Transgender-Themen (LGBT) umgehen. An der Spitze steht die BT Group (British Telecom), gefolgt von IBM und The Dow Chemical Company. Dies gab die IGLCC auf einer Pressekonferenz zum Abschluss ihrer 2. Jahrestagung in Kopenhagen bekannt.
Die Teilnehmer des diesjährigen Index sind: AMR (die Muttergesellschaft von American Airlines, Inc. und American Eagle), BT Group, Cisco Systems, The Dow Chemical Company, IBM, ING, Intel, KPMG, Kraft Food, Merck, Novartis, Philips, SAP, TNT and UBS. Sie vertreten 1,7 Millionen Arbeitnehmer aus 227 Ländern und erwirtschaften 800 Miliarden USD Umsatz pro Jahr.
«Wir freuen uns über diese Auszeichnung und ich bedanke mich im Namen des gesamten BT-Konzerns», sagte Ian Livingston, der CEO von BT. «Als eines der weltweit grössten Kommunikationsunternehmen bieten wir unsere Dienstleistungen in mehr als 170 Ländern an. Rund um den Globus beschäftigen wir mehr als 100'000 Mitarbeiter. Diversity ist ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur und wir sind überzeugt, dass diese Grundsätze und Praktiken zur Unterstützung der LGBT-Community entscheidend zu unserem Erfolg beitragen.»
Anne Heal, Senior Champion for Sexual Orientation (Senior Champion for Sexual Orientation bei BT, fügte hinzu: «Schon seit den frühen 1980er Jahren bietet BT ihren Mitarbeitenden mit gleichge-schlechtlichen Partnern dieselben Sozialleistungen wie heterosexuelle Paare. Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter keine Diskriminierung und Vorurteile am Arbeitsplatz befürchten müssen. Die IGLCC-Auszeichnung würdigt die Leistungen unserer HR-Community und unseres LGBT-Netzwerks ‹Kaleidoscope›, denn ihr Engagement und ihre Entschlossenheit hat dazu geführt, dass Chancengleichheit in unserem Unternehmen Realität geworden ist. Auch ich freue mich sehr über diese Auszeichnung.»
«Die Ergebnisse der für den Index grundlegenden Studie sind gemischt aber dennoch ermutigend», so der Generalsekretär der IGLCC, Pascal Lépine. Die meisten Unternehmen verfügen über Diversity- und Inclusion-Programme und viele machen sich explizit für LGBT-Belange stark. Die Studie belegt, dass die Mehrzahl dieser Unternehmen sexuelle Orientierung und sexuelle Identität als ernstzunehmende Themen betrachtet. Bis eine vollständige Gleichbehandlung erreicht ist, wird es jedoch noch Jahre wenn nicht Jahrzehnte dauern.»
Während Unternehmen mit sehr guter Bewertung für eine erfolgreiche Umsetzung von Diversity- und Inclusion-Programmen stehen, zeigt der Index 2009 auch Schwachstellen auf: etwa 50% der beteiligten und auf internationaler Ebene agierenden Unternehmen verfügen nicht über Diversity- und Inclusion-Beauftragte für LGBT-Fragen. Führungskräfte, die ihre sexuelle Orientierung offen leben, sind im Management dieser Unternehmen kaum zu finden (in weniger als 10% der Unternehmen); ungeachtet der internen Beachtung von LGBT-Fragen, fehlt eine bei diesen multinationalen Unternehmen eine begleitende Kommunikation nach aussen: Leider werden ihre Diversity-Programme nicht durch Werbekampagnen oder PR-Aktionen der Öffentlichkeit oder lokalen LGBT-Communities vorgestellt. Es sind in der Tat nur eine Handvoll Unternehmen, die örtliche LGBT-Communities entweder finanziell oder mit Sachspenden unterstützen.
Trotz dieser negativen Tendenz ist Pascal Lépine optimistisch. «Der Zuspruch und das Vertrauen in unsere Sache zeigen, dass die Zukunft der internationalen LGBT-Business-Community vielverspre-chend ist. Gerade in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten müssen wir allen teilnehmenden Unternehmen für ihren Mut und ihr beispielhaftes Verhalten Respekt und Dank aussprechen», sagte er in seiner Rede. «Wir müssen aber auch realistisch sein und erkennen, dass trotz vieler hoffnungsvoller Zeichen noch sehr viel Arbeit vor uns liegt. Leider hören wir weltweit viel zu häufig von schwulen und lesbischen Berufstätigen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung keinen Zugang zu grundlegenden Arbeitnehmerrechten haben», fügt Pascal Lépine hinzu.
Der Index wurde durch ein internationales Komitee erstellt, das aus Schwulen, Lesben und Transgender-Personen besteht, die in acht verschiedenen Ländern Europas und Nordamerikas leben und arbeiten. Der Internationale Lesben und Schwulenverband – ILGA (International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association) und sein europäischer Zweig (ILGA-Europe) haben eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des Index’ gespielt. «Es ist klar, dass die LGBT-Community durch die Globalisierung sehr genau darauf achtet, wie Unternehmen auf internationaler und nicht nur auf nationaler Ebene agieren», meint David Pollard, der Vorsitzende des Index-Komitees.
«Durch ihr vorbildliche Engagement in LGBT Diversity hat BT Group die Auszeichnung ‹the most LGBT friendly corporation in the world› erhalten. Wir fordern alle multinationalen Unternehmen auf, dem Beispiel jener Firmen zu folgen, die hier eine Vorreiterrolle eingenommen haben. Die IGLCC ist stolz auf diesen historischen Moment und möchte alle internationalen Unternehmen einladen, sich am nächsten Index im kommenden Jahr zu beteiligen», schloss Pascal Lépine seine Ausführungen ab.
Der Index kann unter folgender Adresse heruntergeladen werden: www.iglcc.org/index2009
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