Schwule in der Bibel

- Johannes, der liebste Jünger Jesus in einer Darstellung von el Grecco
Fundamental-christliche Gruppen lehnen Schwule vehement ab. Ihre Ablehnung begründen sie mit den Worten Gottes in der Bibel. Doch es findet sich keine Stelle in sämtlichen Evangelien, wo Jesus Homosexualität erwähnt oder verurteilt. Lag es nicht gerade im Orient zur Zeit Christi nahe, davor zu warnen, wo diese Verhältnisse gang und gäbe sind, und gar in einer Zeit, da sich der griechische Geist so stark in Palästina verbreitete? Wir erfahren nur eins, dass Christus einen Jünger hatte, den er vor allen liebte, obwohl es doch selbstverständlich war, dass er ihn als seinen Nächsten lieb hatte; aber es wird betont, dass er zu ihm in inniger, persönlicher Beziehung stand. Und die ganze christliche Kunst hat es nicht anders verstanden, als dass sie diesen Jünger Johannes als einen schönen Jüngling von zartem Gemüte darstellte.
Fünf Stellen in der Bibel sagen etwas zu Männersex. Ganz klar sind die zwei Stellen im 3. Buch Moses, «Levitcus». Die Geschichte von Lot und dem Untergang von Sodom und Gomorra ist eine andere, aber eher vage. Dazu kommt noch der Paulusbrief an die Römer und den ersten an Timotheus. Wer diese Stellen zitiert, fühlt sich absolut im Recht mit seiner Ablehnung von Schwulen. Doch die Hauptbotschaft der christlichen Bibel: «Liebe deinen Nächsten wie dich selbst», wird von diesen Bibeltreuen völlig ausgeblendet. Dies ist eine doch eigenartig anmutende Argumentation. Es darf vermutet werden, Schwule sind eine Gefahr für das patriarchale Selbstverständnis, für welches das alte Testament für das Bauern- und Hirtenvolk der Juden in einfachen Parabeln Regeln gibt.
Die Nachfolge Christi
13:21 Nachdem Jesus dies gesagt hatte, geriet er in Erregung und sagte noch einmal mit Nachdruck: Amen, amen, ich sage euch, einer von euch wird mich ausliefern. 22 Die Jünger schauten einander ratlos an, weil sie nicht wussten, von wem er redete. 23 Einer von den Jüngern Jesu lag in seinem Schoss, der, den Jesus liebte. 24 Diesem nun gibt Simon Petrus einen Wink, er solle herausfinden, wer es sei, von dem er rede. 25 Da lehnt sich jener an die Brust Jesu zurück und sagt zu ihm: Herr, wer ist es? 26 Jesus antwortet: Der ist es, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Dann taucht er den Bissen ein, nimmt ihn und gibt ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.
Aus dem Evangelium nach Johannes, 13:21–26
18:25 Beim Kreuz Jesu aber standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. 26 Als nun Jesus die Mutter und den Jünger, den er liebte, neben ihr stehen sieht, sagt er zur Mutter: Frau, da ist dein Sohn. 27 Dann sagt er zum Jünger: Da ist deine Mutter. Und von jener Stunde an nahm der Jünger sie zu sich.
Aus dem Evangelium nach Johannes, 18:25–27
21:15 Als sie nun gegessen haben, sagt Jesus zu Simon Petrus: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich mehr, als diese mich lieben? Er sagt zu ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich lieb habe. Er sagt zu ihm: Weide meine Lämmer! 16 Und er sagt ein zweites Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, liebst du mich? Der sagt zu ihm: Ja, Herr, du weisst, dass ich dich lieb habe. Er sagt zu ihm: Hüte meine Schafe! 17 Er sagt zum dritten Mal zu ihm: Simon, Sohn des Johannes, hast du mich lieb? Petrus wurde traurig, weil er zum dritten Mal zu ihm sagte: Hast du mich lieb?, und er sagt zu ihm: Herr, du weisst alles, du siehst doch, dass ich dich lieb habe. Jesus sagt zu ihm: Weide meine Schafe! 18 Amen, amen, ich sage dir: Als du jünger warst, hast du dich selber gegürtet und bist gegangen, wohin du wolltest. Wenn du aber älter wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und führen, wohin du nicht willst. 19 Das aber sagte er, um anzudeuten, durch welchen Tod er Gott verherrlichen werde. Und nachdem er dies gesagt hatte, sagte er zu ihm: Folge mir!
20 Da Petrus sich umwendet, sieht er den Jünger folgen, den Jesus liebte, der auch beim Mahl an seiner Brust gelegen und gesagt hat: Herr, wer ist es, der dich ausliefern wird? 21 Als nun Petrus ihn sieht, sagt er zu Jesus: Herr, was wird aus ihm? 22 Jesus sagt zu ihm: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was kümmert es dich? Folge du mir! 23 Von da an ging unter den Brüdern die Rede, dass jener Jünger nicht sterben werde. Aber Jesus hatte ihm nicht gesagt, er werde nicht sterben, sondern: Wenn ich will, dass er bleibt, bis ich komme, was kümmert es dich?
24 Das ist der Jünger, der dies alles bezeugt und es aufgeschrieben hat. Und wir wissen, dass sein Zeugnis glaubwürdig ist. 25 Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wollte man das alles, eins ums andere aufschreiben, wo würde meines Erachtens die ganze Welt die Bücher nicht fassen, die dann zu schreiben wären.
Aus dem Evangelium nach Johannes, 21:15–25
Aus diesen Bibelstellen abzuleiten, Jesus habe seine Jünger auch im homosexuellen Sinne geliebt, insbesondere Johannes, ist ebenso falsch, wie aus Maria Magdalena die Frau von Jesus zu machen. Doch auszuschliessen ist es nicht – es ist offenbar ein schmerzhafter Stachel im Fleisch der Neo-Konservativen, die versuchen aus Jesus einen richtigen Hetero zu machen, indem sie behaupten, er habe die Hure Maria Magdalena zur Frau gehabt und ihr so den rechten Weg gewiesen.
David und Jonatan

- David und Jonatan
20:1 Und David floh aus den Najot in Rama, und er trat vor Jeohnatan und sagte: Was habe ich getan? Was ist meine Schuld, und was ist mein Vergehen vor deinem Vater, dass er mir nach dem Leben trachtet? 2 Er aber sagte zu ihm: Das sei fern! Du wirst nicht sterben. Sieh, mein Vater tut nichts, weder Grosses noch Geringes, ohne es mir zu enthüllen. Und warum sollte mein Vater dies vor mir verbergen? Es ist nichts daran. 3 Da beschwor David dies noch, und er sagte: Dein Vater weiss sehr wohl, dass ich Gnade gefunden habe in deinen Augen. Und er wird gesagt haben: Johnatan soll nichts davon erfahren, damit er nicht betrübt ist. Doch so wahr der HERR lebt und so wahr du lebst: Es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tod.
25 Und der König setzte sich wie immer an seinen Platz, auf den Platz an der Wand, Jonatan aber stand auf, und Abner setzte sich an die Seite Sauls; der Platz Davids aber war leer. 26 Und an jenem Tag sagte Saul nichts, denn er dachte: Es ist ein Zufall. Er ist wohl nicht rein, ja, er ist nicht rein. 27 Als aber auch am Tag nach dem Neumond, dem zweiten Tag, Davids Platz leer war, sagte Saul zu Jonatan, seinem Sohn: Warum ist der Sohn Isais weder gestern noch heute zum Mahl gekommen? 28 Und Jonatan antwortete Saul: David hat sich von mir dringend erbeten, nach Betlehem gehen zu dürfen, 29 und er hat gesagt: Lass mich doch gehen, denn wir haben ein Schlachtopfer der Sippe in der Stadt, und mein Bruder selbst hat es mir geboten. Und wenn ich nun Gnade gefunden habe in deinen Augen, so will ich mich losreissen, da mit ich meine Brüder sehe. Darum ist er nicht zum Tisch des Königs gekommen. 30 Da entbrannte der Zorn Sauls über Jonatan, und er sprach zu ihm: Du aufsässiger Hurensohn! Als ob ich nicht wüsste, dass deine Wahl auf den Sohn Isais gefallen ist, dir selbst und der Scham deiner Mutter zur Schande. 31 Denn solange der Sohn Isais auf dem Erd boden lebt, werden weder du noch dein Königtum Bestand haben. Und nun sende hin und hol ihn her zu mir, denn er ist ein Kind des Todes! 32 Jehonatan aber antwortete Saul, seinem Vater, und sagte zu ihm: Warum soll er getötet werden? Was hat er getan? 33 Da schleuderte Saul den Speer nach ihm, um ihn zu treffen, und Jonatan erkannte, dass es bei seinem Vater beschlossen war, David zu töten. 34 Und in glühendem Zorn erhob sich Jonatan vom Tisch und ass nichts am zweiten Tag des Neumonds, denn er grämte sich Davids wegen, weil sein Vater ihn beschimpft hatte.
35 Und am Morgen ging Jonatan hinaus aufs Feld, um sich mit David zu treffen, und ein junger Bursche war bei ihm. 36 Und er sagte zu seinem Burschen: Lauf, finde die Pfeile, die ich abschiesse. Während der Bursche lief, schoss er den Pfeil über ihn hinaus. 37 Und der Bursche kam an die Stelle, wo der Pfeil lag, den Jonatan abgeschossen hatte, und Jonatan rief dem Burschen nach und sagte: Liegt der Pfeil von dir aus gesehen nicht dort drüben? 38 Und Jonatan rief dem Burschen nach: Schnell, beeil dich! Bleib nicht stehen. Und der Bursche Jonatans hob den Pfeil auf und kam zu seinem Herrn. 39 Der Bursche aber wusste von nichts, nur Jonatan und David wussten von der Sache. 40 Und Jonatan gab dem Burschen, der zu ihm gehörte, seine Waffen und sagte zu ihm: Geh, bring sie in die Stadt. 41 Als der Bursche gegangen war, erhob sich David auf der Südseite, warf sich auf sein Angesicht zur Erde und verneigte sich dreimal. Und sie küssten einander und weinten einer um den anderen, David am heftigsten. 42 Da sprach Jonatan zu David: Geh in Frieden. Denn wir beide haben beim Namen des HERRN geschworen: Der HERR wird dich und mich, meine Nachkommen und deine Nachkommen für immer verbinden!
21:1Und er machte sich auf und ging, Jonatan aber kehrte heim in die Stadt. 2 Und David kam nach Nob zu Achimelech, dem Priester. Und Achimelech kam David erschrocken entgegen und sagte zu ihm: Warum bist du allein und niemand ist bei dir? 3 Und David sagte zu Achimelech, dem Priester: Der König hat mir einen Auftrag gegeben und zu mir gesagt: Niemand soll von der Sache wissen, in der ich dich sende und mit der ich dich beauftragt habe. Und so habe ich die jungen Männer an einen bestimmten Ort gewiesen. 4 Und nun, hast du fünf Brote zur Hand? Gib sie mir oder was sich sonst findet. 5 Daraufhin sagte der Priester zu David: Ich habe kein Brot zur Hand, das nicht heilig wäre; es ist nur heiliges Brot da. Wenn sich die jungen Männer nur vor den Frauen gehütet haben! 6 Und David antwortete dem Priester und sagte zu ihm: Frauen waren uns versagt, wie früher schon, und als ich auszog, waren die Waffen der Männer heilig. Zwar ist der Weg nicht heilig, aber wie sehr wird er heute durch ihre Waffen geheiligt!
Aus dem ersten Buch Samuel 20:1–3, 20:25–42 und 21:1–6
Der von Gott auserwählte David hilft Saul, dem König der Juden. Er führt für ihn Kriege, töt den Riesen Goliath. Saul verspricht ihm als Dank sein Königreich, mit der Absicht David bei guter Gelegenheit um die Ecke zu bringen. David ist der beste Freund von Jonatan, dem Sohne Sauls. So erhält David noch rechzeitig Kunde von den wahren Absichten.
Da beschwor David dies noch, und er sagte [zu Jonatan]: Dein Vater weiss sehr wohl, dass ich Gnade gefunden habe in deinen Augen.
Saul zu Jonatan: Du aufsässiger Hurensohn! Als ob ich nicht wüsste, dass deine Wahl auf [David] den Sohn Isais gefallen ist, dir selbst und der Scham deiner Mutter zur Schande.
[Als Jonatan David die Absichten seines Vaters Kund tut:] Und sie küssten einander und weinten einer um den anderen, David am heftigsten.
David antwortete dem Priester und sagte zu ihm: Frauen waren uns versagt, wie früher schon, und als ich auszog, waren die Waffen der Männer heilig.
Und aus dem zweiten Buch Samuel, 1:26
[David in seiner Totenklage über den gefallenen Jonatan]: «Deinetwegen bin ich in Not, mein Bruder Jonatan; du warst mir so lieb. Wunderbarer war deine Liebe für mich als die Liebe von Frauen!»
Diese Stellen der Bibel darf man ruhig homoerotisch sehen und interpretieren. An Gottes Plänen für das Haus David ändert dies nichts.
Sodom und Gomorra
18:20 Und der HERR sprach: Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra, es ist gross geworden, und ihre Sünde, sie wiegt schwer. 19 Ich will hinabsteigen und sehen, ob all ihr Tun dem Geschrei über sie entspricht, das zu mir gedrungen ist; wenn nicht, will ich es wissen.
19:1 Und die zwei Boten kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Tor von Sodom sass. Lot sah sie, stand auf, ging ihnen entgegen und warf sich mit dem Gesicht zur Erde nieder. 2 Und er sprach: Ihr meine Herren, kehrt doch ein im Haus eures Dieners, bleibt über Nacht, und wascht eure Füsse. Morgen früh mögt ihr eures Weges ziehen. Sie aber sprachen: Nein, wir wollen auf dem Platz übernachten. 3 Da er aber in sie drang, kehrten sie bei ihm ein und kamen in sein Haus. Und er bereitete ihnen ein Mahl und backte ungesäuerte Brote, und sie assen. 4 Sie hatten sich noch nicht schlafen gelegt, da umstellten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, Jung und Alt, das ganze Volk bis zum letzten Mann. 5 Sie riefen nach Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die heute Abend zu dir gekommen sind? Gib sie uns heraus, wir wollen mit ihnen verkehren. 6 Da ging Lot zu ihnen hinaus an den Eingang – die Tür aber verschloss er hinter sich – 7 und sprach: Nicht doch, meine Brüder, tut nichts Böses! 8 Seht, ich habe zwei Töchter, die noch von keinem Mann wissen. Die will ich euch her ausgeben, und dann macht mit ihnen, was gut ist in euren Augen. Diesen Männern aber tut nichts, sind sie doch unter den Schatten meines Daches getreten. 9 Sie aber sagten: Weg mit dir!, und sie sagten: Da ist einer als Fremder hergekommen und will den Richter spielen. Schlimmeres noch als ihnen wollen wir jetzt dir antun. Und sie drangen mit Gewalt auf den Mann ein, auf Lot, und machten sich daran, die Tür aufzubrechen. 10 Da streckten die Männer ihre Hand aus und zogen Lot zu sich ins Haus herein, und die Tür verschlossen sie. 11 Die Männer am Eingang des Hauses, Klein und Gross, schlugen sie mit Blindheit, so dass sie sich vergeblich mühten, den Eingang zu finden.
15 Als nun die Morgenröte aufstieg, drängten die Boten Lot zur Eile und sprachen: Auf, nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht im Strafgericht über die Stadt weggerafft wirst.
23 Als die Sonne über dem Land aufgegangen und Lot nach Zoar gekommen war, 24 liess der HERR Schwefel und Feuer auf Sodom und Gomorra regnen, vom HERRN vom Himmel herab. 25 Und er zerstörte diese Städte und die ganze Ebene, alle Bewohner der Städte und was auf der Erde wuchs. 26 Lots Frau aber, hinter ihm, blickte zurück und wurde zu einer Salzsäule.
30 Lot aber zog von Zoar hinauf und liess sich mit seinen beiden Töchtern im Gebirge nieder, denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben. Und er wohnte mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle. 31 Da sprach die Ältere zur Jüngeren: Unser Vater ist alt, und es ist kein Mann mehr im Land, der zu uns kommen könnte, wie es in aller Welt Brauch ist. 32 Komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, damit wir von unserem Vater Nachkommen erhalten. 33 So gaben sie ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken. Dann ging die Altere hinein und legte sich zu ihrem Vater, und er merkte weder, wie sie sich hinlegte, noch, wie sie aufstand. 34 Am anderen Tag sprach die Ältere zur Jüngeren: Sieh, ich habe gestern Abend bei meinem Vater gelegen. Wir wollen ihm auch heute Nacht Wein zu trinken geben. Dann geh du hinein und lege dich zu ihm, damit wir von unserem Vater Nachkommen erhalten. 35 So gaben sie ihrem Vater auch in jener Nacht Wein zu trinken. Dann stand die Jüngere auf und legte sich zu ihm, und er merkte weder, wie sie sich hinlegte, noch, wie sie aufstand. 36 So wurden die beiden Töchter Lots schwanger von ihrem Vater. 37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab. Er ist der Stammvater von Moab bis auf den heutigen Tag. 38 Und auch die Jüngere gebar einen Sohn und nannte ihn Ben-Ammi. Er ist der Stammvater der Ammoniter bis auf den heutigen Tag.
Aus dem Buch Genesis, 18:20–21, 19:1–11, 19:15, 19:23–19:26, 19:30–38
Drei Engel kommen nach Sodom, um zu sehen wie die Sitten sind. Lot bittet sie in sein Haus, weil er weiss, das ist gefährlich. Die Meute will mit den dreien «verkehren».
Eigentlich generell komische Sitten damals, die Meute will Engel vergewaltigen, der gerechte Lot bietet als Ersatz seine Töchter an, die Töchter vergewaltigen den Vater … und begründen damit ein biblisches Volk.
Zum Konstrukt der Sodomiter >>
Die ganzen Kapitel 18 und 19 aus dem Buch Genesis >>
Die Regeln Moses für den Beischlaf
18:19 Einer Frau, die unrein ist in ihrer Regel, sollst du nicht nahe kommen und ihre Scham entblössen. 20 Und du sollst nicht mit der Frau deines Nächsten den Beischlaf vollziehen und dadurch unrein werden. 21 Und von deinen Nachkommen sollst du keinen hingeben und ihn dem Moloch darbringen. Und du sollst den Namen deines Gottes nicht entweihen. Ich bin der HERR. 22 Und mit einem Mann sollst du nicht schlafen, wie man mit einer Frau schläft. Das ist ein Greuel. 23 Und du sollst nicht mit einem Tier den Beischlaf vollziehen und da durch unrein werden. Und eine Frau soll sich nicht vor ein Tier stellen, damit es sie begatte. Das ist schändlich.
Aus dem 3. Buch Mose, Leviticus, 18:19–23
Was sexuelle Dinge anbelangt, Moses lässt im Buch Leviticus kein Pardon zu. Das ist nicht weg zu diskutieren.
Levitcus, 20:13, gibt den Traif durch: «Und wenn jemand mit einem Manne schläft, wie man mit einer Frau schläft, so haben beide ein Greuel verübt. Sie müssen getötet werden, auf ihnen lastet Blutschuld.»
Allerdings der grösste Teil von Leviticus wird heute von keinem Christen mehr beachtet. Und was der Moloch, der kinderfressende Götze, zwischen diesen Regeln soll, ist völlig unklar. Ist damit gemeint, der göttgegebene männliche Samen unnütz zu verspritzen?
Die Unentschuldbarkeit aller Menschen
1:18 Denn es offenbart sich Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit unterdrücken durch Ungerechtigkeit. 19 Sie hätten ja vor Augen, was von Gott erkannt werden kann; Gott selbst hat es ihnen vor Augen geführt. 20 Denn was von ihm unsichtbar ist, seine unvergängliche Kraft und Gottheit, wird seit der Erschaffung der Welt mit der Vernunft an seinen Werken wahrgenommen; es bleibt ihnen also keine Entschuldigung. 21 Denn obwohl sie Gott erkannten, haben sie ihm nicht die Ehre gegeben, die Gott gebührt, noch ihm Dank gesagt, sondern sie verfielen mit ihren Gedanken dem Nichtigen, und ihr unverständiges Herz verfinsterte sich.
22 Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren, 23 und sie tauschten die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes gegen das Abbild eines vergänglichen Menschen, gegen das Abbild von Vögeln, Vierfüsslern und Kriechtieren. 24 Darum hat Gott sie im Begehren ihres Herzens der Unreinheit preisgegeben, und so entehren sie selbst ihre Leiber.
25 Sie tauschten die Wahrheit Gottes gegen die Lüge und huldigten und dienten dem Geschöpf statt dem Schöpfer – gepriesen sei er in Ewigkeit, Amen. 26 Deshalb hat Gott sie unwürdigen Leidenschaften preisgegeben. Denn ihre Frauen vertauschten den natürlichen Umgang mit dem widernatürlichen. 27 Ebenso gaben die Männer den natürlichen Umgang mit der Frau auf und entflammten im Verlangen nacheinander; Männer mit Männern bringen Schande über sich und empfangen am eigenen Leib den Lohn für ihre Verirrung.
28 Und da es ihnen nichts bedeutete, Gott erkannt zu haben, hat Gott sie der Haltlosigkeit preisgegeben, und so tun sie, was sich nicht gebührt. 29 Sie strotzen vor Unrecht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit, sie sind voller Neid, Mord, Zank, Arglist, Verschlagenheit; Ohrenbläser sind sie, 30 Verleumder, Gotthasser, Frevler, Angeber, Prahler, erfinderisch im Bösen, ungehorsam den Eltern, 31 gedankenlos, haltlos, lieblos, ohne Erbarmen.
32 Sie kennen zwar die Rechtsordnung Gottes, die sagt, dass, wer es so treibt, den Tod verdient; und doch tun sie es nicht nur, nein, sie beklatschen auch noch, die es so treiben.
Aus dem Paulusbrief an die Römer, 1:18–32
Was Paulus in seinem originalen Brief damit genau meinte, bleibt mit diesem Text unverständlich. Liest man den Text in Kenntnis von historischen, nicht in der Bibel aufgeführten griechisch-römischen Tempelriten, verurteilt er wahrscheinlich die Tempelprostitution, es gibt allerdings keine eindeutigen Hinweise im deutschen Text.
Nur aus dem Zusammenhang herausgerissen kann man diesem Satz als Verdammung der Schwulen einordnen: «Ebenso gaben die Männer den natürlichen Umgang mit der Frau auf und entflammten im Verlangen nacheinander; Männer mit Männern bringen Schande über sich».
Aus dem ersten Paulusbrief an Timotheus, 1:10
«… solche, die sich der Unzucht hingeben, die mit Männern schlafen, die Menschen rauben und verkaufen, die lügen und Meineide schwören und tun, was sont noch der gesunden Lehre entgegensteht»
Die Bibel und gelebtes Christentum
Es ist hier nicht die Stelle für einen Diskurs über die verschieden Teile der Bibel und deren Auslegung, Einordnung und Gewichtung für einen Christen. Nur dies: Der wichtigste Teil der Bibel sind die vier Evangelien, die sich ergänzen. Zentrale Themen sind dort die Auferstehung, die Zeichen und Erkenntnis Jesus als göttliche Offenbarung, seine Aufforderung an alle ihm zu folgen, die Vergebung aller Sünden vor Gott, sowie der Disput mit den Schriftgelehrten und der Kritik an deren Selbstgerechtigkeit.
Jeder Gebrauch der Bibel, der darauf hinausläuft, dass Menschen benachteiligt oder ausgegrenzt werden, muss uns zutiefst misstrauisch machen. Die Bibel ist nicht ein Verbotsnachschlagewerk, sondern ein Angebot, wie das Leben gelingen kann. Eine aus Versatzstücken zusammengebastelte Bigotterie ist nur die Rechtfertigung der eigenen Weltsicht und nicht der rechte Weg zum Christ-Sein. Es ist absolut nicht nachvollziehbar, aus welchem Verständnis man, angesichts der allumfassenden Liebe Gottes, wie sie in der Bibel beschrieben wird, über Schwule Hasstiraden ausschüttet und sich dabei auf die Bibel berufen kann. Entweder glaubt man an diese allumfassende Liebe des christlichen Gottes, oder man lässt das Christentum bleiben!
Alle Bibelzitate sind aus der «Zürcher Bibel», 2007
Unterschiedliche Schlussfolgerungen der katholischen und evangelischen Kirchen
Homosexualität in biblischer Perspektive von Adrian Schenker, ordentlicher Professor für Altes Testament an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg.
Die Stellungnahme des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes zur Homosexualität und zum Partnerschaftsgesetz.
Gerne veröffentlichen wir an dieser Stelle Entgegnungen auf einer theologisch-ethischen Basis.
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