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Statements von Politikern zur schwulen Befindlichkeit

NETWORK-Politiker auf dem Podium: Daniel Stolz, FDP, Grosssrat BS; Patrick Rohr, Moderation; Bernhard Pulver, Grüne Freie Liste, Regierungsrat BE; Martin Naef, SP, Kantonsrat ZH.

 

NETWORK-Politiker auf dem Podium

Unter dem Titel «RENCONTRES» fand im Februar 2007in Zürich ein Gespräch statt, in dem bekannte Schweizer Politiker und NETWORKer ihre Überlegungen, Motivationen und Visionen zu aktuellen gesellschaftspolitischen Themen darlegten. Dabei betonten alle, für liberale Werte einzustehen, allerdings mit parteipolitisch differenzierter Auslegung.

Nach der Annahme des Partnerschaftsgesetzes gibt es (fast) keine Diskriminierungen mehr von Seiten des Staates gegen Schwule. Dass aber die Bemühungen um Akzeptanz in der Gesellschaft weiter gehen müssen, wurde mit dem Statement von «Mumi», einem 18jährigen Kandidaten von «Music-Star» wieder einmal deutlich. Mehr >>

Auf dem Podium waren sieben NETWORKer, alles bekannte Schweizer Politiker. Geleitet wurde das Gespräch von Patrick Rohr, früher Moderator der politischen Sendung «Arena» im Fernsehen DRS, heute selbstständiger Medientrainer und Kommunikationsberater.

«Heute ist der Abend der Erkenntnis», meinte Patrick Rohr in die Runde und stellte fest: «Es sitzen alle in der Mitte. Rechts die Linke, links die Rechte - wie in der Arena. Am äussersten linken Flügel Daniel Stolz, FDP; in der Mitte Bernhard Pulver, Grüne Freie Liste, und rechts Martin Naef, SP. Flankiert sind sie zwischen Podium und Publikum zur Linken vom Hans-Peter Fricker, FDP, und Stefan Gassmann, CVP. Auf der Rechten: Daniel Weber, ex Grüne Freie Liste und Claude Janiak, SP.»

Nach der Vorstellungsrunde betraf seine erste Frage «Mumi», alias Mohammed, ein 18-jähriger Anwärter für den «Music Star», welcher in einem Interview erklärte, als er erfahren habe, der Tanz-Coach sei schwul, habe er den Respekt verloren. Sagte Mumi das, weil er Moslem ist und ihn das für nicht-liberale Aussagen in der liberalen Schweiz prädestiniert? Kann man in Mumi einen typischen Vertreter der Jugendgewalt sehen? Ist die Aussage Ausdruck einer generellen Homophobie von Immigranten in der Schweiz?

Mit diesem aktuellen Bezug wurde die Diskussion eröffnet über unsere Rolle in der Gesellschaft, über unseres Selbstverständnis, über die noch immer bestehenden homophoben Vorurteile, über die Gefahren der in konservativ-evangelikalen Kreisen losgetretenen modischen Warnung vor der «Verschwulung der Welt», über mögliche Probleme im Zusammenleben mit bestimmten Immigrantengruppen, über die immer noch bestehenden (marginalen) gesetzlichen Ungerechtigkeiten.

Für den Zuhörer waren unter den NETWORK-Politikern in Bezug auf die Gay-Community keine Differenzen auszumachen, höchstens unterschiedliche Einschätzungen von Szenarien und Nuancen auf dem Weg zum Ziel. Dabei machten einige Statements, welche das Publikum zum spontanen Beifall hinrissen:

 


«Mumi ist 18 und sagte etwas Dummes. Das passiert auch gestandenen Politikern.»

Martin Naef


«Auch wenn das Partnerschaftsgesetz erfolgreich durchgekommen ist: Wir sind eine Minderheit und werden immer eine bleiben.»

Bernhard Pulver


«Ein Gesetz wie das Partnerschaftsgesetz allein ändert das Verhalten der Leute nicht.»

Daniel Stolz


«Radikale waren uns nie gut gewogen. Wir sind ein Land aus Minderheiten, und die eine Minderheit sollte nicht auf die nächst tiefere trampeln.»

Martin Naef


«Wir Schweizer dürfen auch Respekt von den Immigranten einfordern. Wenn die von uns verlangen, das Kreuz im Klassenzimmer müsse entfernt werden, haben wir ein Problem.»

Stefan Gassmann


«Je jünger die Immigranten einwandern, desto besser. Ich erlebe das heute mit jungen Türkinnen, die sind oft besser und ehrgeiziger als die Schweizerinnen.»

Claude Janiak


«Es gibt kein Recht auf ein Kind. Es gibt das Recht eines Kindes auf Eltern.»

Martin Naef


Mit Martin Naefs letztem Statement wurde das Podiumsgespräch mit einem grossen Applaus beendet. Es war eine der so vielen äusserst bemerkenswerten Veranstaltungen von NETWORK.

Zürich, Februar 2007

 

Links: Hans-Peter Fricker, FDP, ex Verfassungsrat ZH und Chef des WWF Schweiz; Stefan Gassmann, CVP, ex Präsident der Jungen CVP Kt. Luzern. Rechts: Claude Janiak, Nationalrat, SP BL und Daniel Weber; parteilos, ex Präsident Grüne Freie Liste Stadt Bern

 

 

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