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Aufklärung tut Not bezüglich die Adoptionsfrage

Die zwei unten stehenden Reaktionen zeigen deutlich, das Thema Adoption wirft emotionale Wellen. Beide zeigen aber auch, dass nicht verstanden wird, um was es eigentlich geht. Es geht um die gesetzliche Gleichbehandlung aller Menschen. Notabene in einem Land wie der Schweiz – wo jedermann stolz ist auf die Bürgerrechte – haben immer noch nicht alle mündigen Personen die gleichen Rechte und Pflichten! Das ist absolut stossend.

Und offenbar kennt man die Prozedur und die Wirkungen eines Adoptionsverfahrens nicht. Zuerst muss man wissen, es ist heute sehr schwierig, Kinder zu adoptieren. Tausende kinderlose heterosexuelle Paare möchten, wären wirtschaftlich dazu in der Lage und finden keine Kinder. Eine allein stehende Person (insbesondere ohne verwandtschaftliches Verhältnis zu einem Kind) wird heute kaum adoptieren können. Aber früher war das oft der Fall, beispielsweise wenn ein Vollwaise vom verwittweten oder unverheirateten Onkel (zivilrechtlich eine Einzelperson) aufgenommen wurde, der es später adoptierte.

Kinder die bei einem Männerpaar oder Frauenpaar aufwachsen, können in der Regel auch nicht adoptiert werden, denn das sind meistens Scheidungskinder und so gibt es einen Vater oder eine Mutter, welche dazu ihre Einwilligung geben muss. Dazu hat die Vormundschaftsbehörde den Auftrag, die ganze Situation zu überprüfen.

Wenn in ein Frauenpaar (heute verbotenerweise) sich von einer ausländischen anonymen Samenbank (dort legal) eine Schwangerschaft besorgt, kann man das gut oder schlecht finden. Doch es ist nicht im Sinne des Kindeswohles, wenn der Staat dieses Tun mit der Verweigerung der Adoptionsmöglichkeit bestraft – dies kann vor allem nicht die Meinung einer ‹christlichen› Partei sein, die sich heute als ‹Familienpartei› sieht.

Es gibt wenige Fälle wo die Adoption durch ein gleichgeschlechtliches Paar das Beste für das Kindeswohl wäre und es rechtlich auch zulässig ist. Hier verhindert das Partnerschaftsgesetz eine pragmatische Lösung – das muss geändert werden!

Thomas Voelkin

 

www.equalrights.ch       www.famliienchancen.ch

 

Negative Reaktionen zum Antrag der Ständeratskommission

 

Herr Darbellay und die «christlich-normale» Familie

«In einem Artikel in ‹Le Temps› vom 18.11.2011, der sich auf den Entscheid der Rechtskommission des Ständerats bezieht, das Adoptionsrecht auf homosexuelle Paare auszuweiten, habe ich erklärt: ‹Ich kenne nicht viele Unverheiratete die Kinder adoptieren und mir missfällt diese Weise, das Gesetz zu umgehen, anstatt das Gesetz der Realität anzupassen. Man legalisiert auch nicht plötzlich Kokain, nur weil 500 000 Menschen Kokain konsumieren›.

Das was ich bemängle ist die Haltung, dass man das Gesetz umgeht bevor man überhaupt eine Änderung verlangt hat – nur weil es einige bereits machen. Meine Aussage ist in diesem Sinne zu verstehen: Nur weil eine Sache existiert, muss diese nicht automatisch legalisiert werden. Diejenigen die behaupten, ich wollte Kinder mit Kokainsüchtigen vergleichen kennen mich schlecht und verfälschen komplett meine ursprüngliche Aussage.

In jedem Fall ist meine Äusserung alles andere als homophob zu verstehen. Ich habe die registrierte Partnerschaft für gleichgeschlechtliche Paare immer unterstützt. Dabei habe ich aber betont, dass es sich dabei nicht um eine gewöhnliche Ehe handelt und dass die Adoption für gleichgeschlechtliche Paare ausgeschlossen bleiben soll. Dieser letzte Punkt ist übrigens so im Bundesgesetz verankert.

Ich habe von den teilweise scharfen Reaktionen des Dachverbandes Regenbogenfamilien, der Fédération genevoise des associations de lesbiennes, gays, bisexuels et transgenres (LGBT), der Gruppe Homoparents und von Pink Cross, Kenntnis genommen. Falls sich Betroffene durch meine Äusserung, respektive das was andere daraus gemacht haben, verletzt fühlen, bitte ich sie um Entschuldigung, denn dies war nicht meine Absicht. Dies ändert jedoch nichts an meiner Haltung: die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare soll auch in Zukunft nicht erlaubt werden.»

 

www.darbellay.ch


 

Rechtzeitig stoppen

Leserbrief von Rösli Fässler im St. Galler Tagblatt:

«Ich finde es unerhört, dass die Rechtskommission des Ständerates ohne Gegenstimme den Bundesrat beauftragen will, Gesetze zu ändern, damit Homosexuelle ein Kind adoptieren können. Der Titel der Meldung spricht gar von einem Recht. Ich appelliere an den Gesamtbundesrat, mit aller Entschiedenheit gegen die Erzwingung eines solchen ‹Rechtes› vorzugehen, das lediglich der Wunsch einer kleinen Gruppe der gleichgeschlechtlichen Paare ist. Ich bin überzeugt, dass mit mir die Mehrheit des Volkes der Meinung ist, dass es keinen Sinn macht, wenn jeder Erwachsene, ungeachtet von Zivilstand und Lebensform, Kinder adoptieren kann. Woher die Rechtskommission diese Idee hat? Ach so, ich, ledige, berufstätige Frau, könnte ja mit 52 Jahren ein Kind adoptieren, es in die Krippe geben, später in eine Tagesschule, zusätzlich eine Nachbarin engagieren, damit sie sich um ‹mein Adoptivkind› kümmert, wenn ich dies wegen unregelmässiger Arbeitszeiten nicht selber kann. Solche Rechtsansprüche sind weder zum Wohle der Kinder noch zum Besten der Gesellschaft. […]»

 

 

 

Die Meinung
von Network

Klares Votum der Mitglieder für die Aufhebung des Adoptionsverbotes. Mehr >>


Studie

«Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften mit und ohne Kinder».

Die Studie der Universität Bamberg als PDF >>


Zusammenfassung vom deutschen LSVD der Studie


Pressestimmen

Meinungen zur Adoptions­frage in der Presse

Der Landbote >>


Gleiche Chancen
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Die Homepage des Vereins familienchancen.ch


Interview mit Wuddri Rim und Selina Meier, Vorstandsmitglieder des Vereins familienchancen.ch


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Zur Adoption von gleich­ge­schlecht­lichen Paaren
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