Vorstand 27.3.26
«Kommunikation soll verbinden, nicht nur informieren»
Wie spricht network und wie soll es gehört werden? Diego Stöcklin ist seit letztem Jahr Leiter der KomKom und gibt Einblick in seine Vision: weg von reiner Information hin zu echtem Austausch zwischen den Mitgliedern.
Diego, wann hast du zum ersten Mal von network gehört – und warum hast du dich entschieden, beizutreten?
Ich habe lange im humanitären Bereich gearbeitet und praktisch aus dem Koffer gelebt – in einigen der gefährlichsten Regionen der Welt. Wenn der Alltag von Krisen geprägt ist, rückt das Private oft in den Hintergrund. Als ich in die Schweiz zurückkam, merkte ich, dass mir etwas gefehlt hat: ein Gefühl von Verankerung, Kontinuität und echter Verbindung.
Auf network aufmerksam wurde ich durch einen Kollegen aus Bern, der sehr positiv davon erzählt hat. Was mich angesprochen hat, war die Kombination aus Professionalität und Menschlichkeit. Es ist nicht nur ein Netzwerk, sondern ein Ort, an dem beides selbstverständlich nebeneinander existiert.
Was ist dein beruflicher Hintergrund?
Ich lebe heute im Kanton Waadt und arbeite als Berater für nachhaltige Transformation und Resilienz in Unternehmen. Konkret unterstütze ich Führungskräfte und Verwaltungsräte dabei, Strategien zu schärfen und Organisationen langfristig anpassungsfähig zu machen.
Davor war ich über zehn Jahre beim Internationalen Komitee vom Roten Kreuz tätig – in Genf und in verschiedenen Ländern wie Jemen, Irak, Niger oder Papua-Neuguinea. Zuletzt arbeitete ich im Bereich operatives Management an der Schnittstelle von Politik und Diplomatie.
KomKom steht für Kommunikation und IT. Was sind die Aufgaben deines Bereichs?
Die Kommunikationskommission prägt, wie network spricht, sich zeigt und wahrgenommen wird – nach innen und nach aussen. In gewisser Weise ist sie Stimme und Persönlichkeit des Vereins.
Ich habe Ende 2025 die Koordination übernommen. Für mich steht im Zentrum, dass unsere Kommunikation nicht nur konsistent ist, sondern auch wirklich interessiert. Gute Kommunikation sollte sich nicht wie eine Mitteilung anfühlen, sondern wie eine Einladung. Mein Ziel ist es, unsere Inhalte klarer, zugänglicher und lebendiger zu machen – sodass man sie nicht nur liest, sondern lesen möchte.
Du bist aktuell auch für den Newsletter verantwortlich. Welche Geschichten eignen sich besonders gut für die externe Kommunikation?
Am stärksten sind die Geschichten, die das Menschliche und das Professionelle verbinden. Es reicht nicht zu sagen, dass unsere Mitglieder erfolgreich sind. Spannender ist, zu zeigen, wie sie diesen Erfolg nutzen: um Türen zu öffnen, Normen zu hinterfragen oder Inklusion voranzubringen.
Welchen ersten Eindruck soll jemand bekommen, der den Newsletter zum ersten Mal liest?
Idealerweise: lebendig, klug und angenehm authentisch. Vielleicht denkt jemand: «Das ist eine spannende Gruppe von Menschen: professionell, vielfältig, mehrsprachig und mit einer gewissen Leichtigkeit.»
Wir sind ein seriöser Verein, aber wir müssen nicht immer so klingen. Professionalität ist wichtig, aber genauso Humor und Persönlichkeit. Sonst bleibt der Newsletter einfach ein weiteres E-Mail im Posteingang.
Wie sieht deine Vision für die Kommunikation von network aus?
Ich möchte weg von reiner Information hin zu echtem Austausch. Kommunikation sollte keine Einbahnstrasse sein, sondern Menschen einbeziehen und verbinden. Mir ist wichtig, dass sich Mitglieder gehört fühlen – auch über Regionen hinweg. Gleichzeitig sollten wir die Vielfalt der Schweiz sichtbar machen, statt sie zu glätten. Digitale Tools können uns dabei helfen, lokales Engagement zu stärken und gleichzeitig das Gefühl einer gemeinsamen nationalen Community zu fördern.
Gibt es einen network-Moment, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Die schönsten Momente sind oft die informellen. Ein Anlass endet mit einem Apéro – und plötzlich ist man in ein tiefes Gespräch mit jemandem aus einer ganz anderen Branche vertieft. Diese spontanen Begegnungen sind für mich der Kern von network. Dort entsteht echtes Vertrauen, dort wird man füreinander zum Sparringspartner, beruflich und persönlich.
Wie hat sich die Kommunikation bei network in den letzten Jahren verändert?
Früher kam Kommunikation vor allem aus einem kleinen zentralen Team. Heute kann grundsätzlich jedes Mitglied Inhalte beitragen und mitgestalten. Das eröffnet viele Möglichkeiten, stellt aber auch höhere Anforderungen: Aufmerksamkeitsspannen sind kürzer, Inhalte müssen klarer und visuell ansprechender sein.
Die Herausforderung besteht darin, relevant zu bleiben, ohne oberflächlich zu werden. Wir wollen dynamisch und zugänglich kommunizieren, aber mit Substanz. Deshalb legen wir aktuell auch einen stärkeren Fokus auf Social Media und den Austausch mit Medien.
Welche konkreten Pläne hast du für Newsletter, Website und Social Media?
Ich sehe drei Schwerpunkte: Erstens möchten wir die Regionen stärker unterstützen, damit sie ihre eigene Identität und Dynamik besser sichtbar machen können. Zweitens wollen wir mehr lebendige Formate entwickeln – etwa kurze Videos, Porträts oder Einblicke hinter die Kulissen. Menschen interessieren sich für Menschen. Drittens möchten wir stärker datenbasiert arbeiten. Wenn wir besser verstehen, was gelesen und geklickt wird, können wir unsere Inhalte gezielter und relevanter gestalten.
Was bedeuten 30 Jahre network aus Sicht der Kommunikation?
Früher ging es vor allem darum, sichere Räume zu schaffen, oft eher leise und vorsichtig. Heute geht es zusätzlich um Sichtbarkeit, Selbstbewusstsein und darum, als Stimme wahrgenommen zu werden, auch ausserhalb der Community.
Diese Entwicklung zeigt, wie sich network verändert hat: von einer wichtigen Unterstützungsstruktur hin zu einem glaubwürdigen Akteur mit Einfluss.
Wofür begeisterst du dich in deiner Freizeit?
Nach vielen Jahren in intensiven und oft unvorhersehbaren Kontexten ist mir meine freie Zeit sehr wichtig geworden. Ich sehe sie nicht als «freie Zeit», sondern als notwendige Erholungszeit.
Ich bin gerne draussen in der Natur und nutze die Zeit, um abzuschalten. Gleichzeitig lerne ich gerne – ich lese viel und beschäftige mich aktuell intensiv mit Themen rund um künstliche Intelligenz im Rahmen meines Studiums.