Vereinsleben 30.5.26
network wird auf der Grand Pont sichtbar
Nach 20 Jahren findet am 26./27. Juni in Lausanne wieder eine Pride statt. Network Lausanne beteiligt sich an einem besonderen Projekt: Auf der Grand Pont wird ein grossformatiges Porträt der Regionalgruppe zu sehen sein – bewusst nicht online, sondern mitten im öffentlichen Raum.
Die Idee entstand in Zusammenarbeit mit dem Organisationsteam der Lausanne Pride. Verschiedene lokale LGBTI-Organisationen präsentieren sich dabei mit einem eigenen Bild und einem kurzen Text auf grossen Plakatflächen entlang der Grand Pont in Lausanne. Ziel des Projekts ist es, die Vielfalt der Community sichtbar zu machen und queere Vereine mitten ins Stadtbild zu bringen.
Für Network Lausanne war schnell klar, dass das Bild mehr zeigen soll als klassisches Business-Networking. «Wir wollten vermitteln, dass network irgendwo zwischen Freundschaft und Leadership steht», sagt Regionalleiter Federico Fabbian. Entstanden ist ein Foto von zwei Mitgliedern mit Blick über Lausanne: einer im Anzug, der andere etwas legerer gekleidet. «Es zeigt, dass wir mehr sind als nur ein Business-Netzwerk. Freundschaft und persönlicher Austausch gehören genauso zu unserer DNA.»
Dass das Bild bewusst nicht online veröffentlicht wird, ist Teil des Konzepts. Wer es sehen möchte, muss selbst zur Brücke kommen und Teil der Pride werden.
Ein eigenes grosses Rahmenprogramm plant Network Lausanne während der Pride bewusst nicht. Stattdessen wolle man die Mitglieder ermutigen, die zahlreichen offiziellen Veranstaltungen der Pride zu besuchen. «Es geht darum, gemeinsam sichtbar zu sein und die bestehenden Events zu unterstützen», sagt Fabbian. Geplant ist unter anderem eine gemeinsame Teilnahme am «Marché des Fiertés».
Für Fabbian liegt genau darin der eigentliche Kern einer Pride: «Manchmal muss man zu den Grundlagen zurückkehren: zusammen sichtbar sein, gemeinsam feiern und füreinander da sein.»
Der Fokus auf Gemeinschaft zieht sich derzeit durch viele Projekte der Regionalgruppe. Unter Fabbian wurden in den vergangenen Monaten neue Formate lanciert, darunter die «Apéro des experts». Dabei diskutieren Mitglieder gemeinsam mit Fachpersonen über Themen, die die Community konkret beschäftigen – etwa Regenbogenfamilien, Vorsorge oder sexuelle Gesundheit. «In einem vertrauten Rahmen sprechen Menschen oft offener über persönliche oder sensible Themen», sagt Fabbian.
Ebenfalls grossen Anklang findet der monatliche «Stamm», der bewusst niederschwellig gehalten wird. «Viele kommen einfach, um sich wiederzusehen oder neue Leute kennenzulernen. Gerade für neue Mitglieder ist das wichtig.»
Als nächstes Projekt plant Network Lausanne zudem den Aufbau eines sogenannten «Care Teams». Ziel ist es, Mitglieder in schwierigen Lebenssituationen besser zu unterstützen und innerhalb der Community füreinander da zu sein. «Wir möchten sicherstellen, dass niemand alleine bleibt, wenn es jemandem nicht gut geht», sagt Fabbian.