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Plastische Chirurgie 31.7.26

«Crans-Montana zeigte, was plastische Chirurgie leistet»

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana war Epameinondas Gousopoulos am Universitätsspital Zürich an vorderster Front bei der Behandlung der Brandopfer. Für den plastischen Chirurgen und Networker bedeutet Innovation, Menschen Lebensqualität zurückzugeben.

Die plastische Chirurgie werde oft unterschätzt, sagt Epameinondas Gousopoulos. Viele dächten dabei ausschliesslich an Schönheitsoperationen. «Dabei geht es in unserem Fach vor allem darum, Funktion wiederherzustellen und die Lebensqualität der Patient:innen zu verbessern.» Genau das habe ihn von Anfang an fasziniert.

Eigentlich wollte Epameinondas nie einfach nur Arzt sein. Schon früh interessierte er sich ebenso für Forschung wie für die klinische Arbeit. Sein Medizinstudium absolvierte er in Griechenland und Deutschland, bevor ihn seine Forschungstätigkeit an die Universität Zürich  und anschliessend an der ETH Zürich führte. Dort promovierte er im Bereich der regenerativen Medizin und beschäftigte sich wissenschaftlich mit dem Lymphsystem – einem lange unterschätzten Teil des menschlichen Körpers, der unter anderem für Immunabwehr, Geweberegeneration und den Flüssigkeitshaushalt eine zentrale Rolle spielt.

Heute verbindet er Wissenschaft und Chirurgie als Forschungsleiter, Privatdozent und plastischer Chirurg. In wenigen Monaten wagt er zudem den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnet seine eigene Klinik.

Mehr als Schönheitschirurgie
Sein Spezialgebiet ist das sogenannte Body Contouring – die Wiederherstellung oder Optimierung von Körperproportionen nach Krankheiten, Unfällen oder starken Gewichtsveränderungen. Dabei gehe es nicht darum, einem Schönheitsideal nachzueifern. «Es ist immer ein Zusammenspiel von Anatomie, Proportionen und den persönlichen Vorstellungen der Patient:innen.»

Ein grosser Teil seiner Arbeit betrifft Menschen mit krankhaften Fettgewebserkrankungen oder Lymphödemen, die beispielsweise nach Krebsoperationen auftreten können. «Wir können solche Erkrankungen oft nicht heilen, aber wir können die Situation deutlich verbessern und den Betroffenen wieder mehr Lebensqualität ermöglichen.»

Wie wichtig die rekonstruktive plastische Chirurgie ist, zeigte sich Anfang 2026 nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana. Das Universitätsspital Zürich ist das grösste Verbrennungszentrum der Schweiz und behandelte einen grossen Teil der Schwerverletzten.

«Für unser Fachgebiet bedeutete dieses Ereignis leider auch eine neue Wahrnehmung», sagt Epameinondas. «Crans-Montana zeigte, was plastische Chirurgie leistet und weit mehr ist als ästhetische Eingriffe.»

Die medizinische Herausforderung sei enorm gewesen. Mehrere schwer brandverletzte Patientinnen und Patienten mussten gleichzeitig behandelt werden. Besonders belastend seien jedoch die Gespräche mit den Angehörigen gewesen. «Man muss Familien erklären, dass sich das Leben ihrer Kinder oder Partner von einem Moment auf den anderen komplett verändert hat.»

Forschung als Motor der Medizin
Transformation und Innovation gehören für Epameinondas untrennbar zusammen. Gerade die plastische Chirurgie sei ein Fachgebiet, das sich laufend weiterentwickle.

«Ohne Innovation gibt es keine Medizin», sagt er. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse müssten konsequent ihren Weg in Diagnostik, Operationsplanung und Behandlung finden. Forschung sei deshalb weit mehr als Laborarbeit. «Sie hilft uns, bessere Fragen zu stellen und dadurch unsere Behandlung kontinuierlich weiterzuentwickeln.»

Dabei gehe es längst nicht mehr nur darum, Menschen länger leben zu lassen. «Heute stellt sich die Frage, wie wir dafür sorgen können, dass sie diese zusätzlichen Jahre auch mit einer möglichst hohen Lebensqualität verbringen.»

Network bietet Freundschaften über Generationen hinweg
Den nötigen Ausgleich findet Epameinondas in der Natur, beim Schwimmen sowie in Kunst und Kultur. Besonders wichtig seien ihm aber die Freundschaften, in denen Ehrlichkeit und Authentizität Platz hätten.

Genau das schätzt er auch an network. «network ist viel mehr als ein Verein erfolgreicher schwuler Berufsleute. Es ist ein Ort, an dem authentische Begegnungen entstehen.»

Besonders inspiriert ihn der Austausch zwischen den Generationen. «Einige der ältesten Networker sind für mich zu Mentoren und guten Freunden geworden.» Gleichzeitig habe er über den Verein neue Freundschaften aufgebaut, die weit über das berufliche Netzwerk hinausgingen.

«Diese Verbindung zwischen den Generationen ist etwas Besonderes», sagt er. «Ich hoffe, dass wir diesen Geist innerhalb von network auch in Zukunft bewahren und weiter pflegen.»

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