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Wissenschaft 29.4.26

«Safe Spaces wie network sind wichtig»

Mite Stoilov engagiert sich bei network auch bei den Young Professionals

Krieg, politischer Backlash und globale Unsicherheiten prägen die aktuelle Weltlage. Für Networker Mite Stoilov ist es gerade rund um den Internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie (IDAHOBIT) am 17. Mai wichtig, innezuhalten – und bewusst auf die eigene mentale Gesundheit zu achten.

Mite Stoilov arbeitet als diplomierter Pflegefachmann BSc und Berufsbildner in einem Spital. Nach seinem Abschluss 2019 sammelte er erste Erfahrungen im Tessin und in Zürich, bevor er vor rund zweieinhalb Jahren in seine heutige Rolle wechselte. Parallel dazu absolvierte er eine Weiterbildung als Ausbildner, nahm zudem am Mentoring-Programm des European Pride Business Networks (EPBN) teil und studiert derzeit Pflegewissenschaften im Masterstudiengang.

In seinem Arbeitsalltag betreut er neben Patient:innen auch mehrere Lernende und Studierende gleichzeitig. «Sie übernehmen eigene Patient:innen und können ihr theoretisches Wissen direkt in die Praxis umsetzen», erklärt er. Dabei begleitet er sie eng im Alltag, reflektiert mit ihnen klinische Entscheidungen und legt besonderen Wert auf Themen wie mentale Gesundheit und den Umgang mit Minderheiten.

Gerade dieser Aspekt ist ihm wichtig. «Wir leben in einer stark heteronormativen Gesellschaft», sagt er. Das zeige sich auch in scheinbar harmlosen Fragen – etwa wenn bei gleichgeschlechtlichen Paaren danach gefragt wird, wer die «weibliche» und wer die «männliche» Rolle einnimmt. «Queere Menschen sind deutlich häufiger von psychischen Belastungen betroffen, von Angstzuständen über Depression bis hin zu sozialer Isolation», sagt Stoilov. Auch der Zugang zum Gesundheitssystem sei nicht selbstverständlich: «Es gibt Studien, die zeigen, dass viele queere Menschen den Kontakt zum Gesundheitssystem vermeiden, weil sie Diskriminierung erlebt haben oder Angst davor haben – was zu Verzögerungen in Diagnose, Therapie und Heilung führen und gesundheitliche Probleme verstärken kann.»

Für ihn beginnt gute Pflege deshalb mit Zuhören. «Das Wichtigste ist, die Gefühle der Patient:innen ernst zu nehmen und zu validieren», sagt er. Gerade in belastenden Situationen – etwa bei schweren Diagnosen – gehe es darum, Sicherheit zu vermitteln und Vertrauen aufzubauen.

Auch für Pflegefachpersonen selbst ist der Umgang mit Emotionen eine Herausforderung. «Man muss lernen, darüber zu sprechen», sagt Stoilov. Der Austausch mit Kolleg:innen oder im privaten Umfeld helfe, Erlebtes zu verarbeiten. «Wenn einem solche Situationen gar nichts mehr ausmachen, ist das eher ein Warnsignal.»

Die globale politische Lage verstärke diese Belastungen zusätzlich. «Wirtschaftliche Unsicherheit und gesellschaftliche Polarisierung führen zu chronischem Stress», sagt er. Minderheiten seien davon besonders betroffen. Umso wichtiger sei es, bewusst Grenzen zu setzen, etwa beim Konsum von Nachrichten oder Social Media. «Gerade rund um den IDAHOBiT kann das emotional sehr intensiv werden.»

Für Stoilov ist klar: Der Schlüssel liegt auch in der Selbstfürsorge. «Es gibt keinen perfekten Weg», sagt er. Wichtig sei, sich Zeit zu nehmen für Dinge, die guttun – sei es Sport, Natur, Kunst oder einfach Momente der Ruhe. Ebenso zentral seien Beziehungen: «Selbstfürsorge bedeutet auch, Freundschaften zu pflegen und sich mit Menschen zu umgeben, die einem guttun.»

Hier sieht er auch die Rolle von network. «Safe Spaces wie network sind extrem wichtig», sagt er. Der Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen machen, schaffe Zugehörigkeit und wirke gegen Einsamkeit. «network bietet die Möglichkeit, sich nicht nur beruflich auszutauschen, sondern auch schwierige persönliche Erfahrungen zu teilen.» Gerade diese Mischung aus professionellem Netzwerk und persönlicher Unterstützung sei ein entscheidender Faktor für die mentale Gesundheit.

Für Stoilov steht fest: Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung bleiben zentral. «Wir haben die Möglichkeit, unsere Stimme zu nutzen», sagt er. Als Berufsbildner sieht er es dabei auch als Verantwortung, diese Haltung weiterzugeben und angehende Pflegefachpersonen für Themen wie Inklusion, mentale Gesundheit und Gleichberechtigung zu sensibilisieren. Gerade in erweiterten Rollen wie jener von Advanced Practice Nurses sieht er grosses Potenzial, eine inklusivere und stärker patientenzentrierte Versorgung mitzugestalten. «Mut führt zu Stärke – und Stärke zu Zufriedenheit. Und diese Zufriedenheit kann wiederum andere inspirieren.»

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