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LGBT-Filmfestival 4.12.20

PinkPanorama trotzt der Coronakrise

Bildunterschrift: Der Film «Label Me» konnte am PinkPanorama in Luzern trotz Corona über die Leinwand flimmern.
Bildunterschrift: Der Film «Label Me» konnte am PinkPanorama in Luzern trotz Corona über die Leinwand flimmern.

Bereits zum 19. Mal fand dieses Jahr in Luzern das LGBT-Filmfestival PinkPanorama statt. Trotz Corona entschieden sich die Initianten rund um Networker Peter Leimgruber, das Festival mit maximal 50 Zuschauern pro Vorführung durchzuführen.

Networker Peter Leimgruber führt in Luzern das stattkino. Kinobetreiber ist ein Verein, der 180 Mitglieder zählt und jährlich gut 50 Filme in 480 Vorführungen zeigt. 10’000 Eintritte verbucht das Kino in normalen Zeiten im Durchschnitt jährlich – 2020 sind es wegen der coronabedingten Einschränkungen natürlich weniger. Dazu Peter: «Unser Kino zählt 105 Plätze. Wir sind froh, dass der Kanton Luzern derzeit noch Vorführungen mit 50 Zuschauer*innen zulässt.» Denn mit zirka 20 bis 40 Eintritten pro Vorführung könne das Kino tragbar betrieben werden, fügt er an. Und da sein Kino eher auf Studiofilme als auf Blockbuster aus Hollywood spezialisiert sei, käme es auch jetzt selten vor, dass er Leute am Eingang abweisen müsse.

Vorgekommen ist das allerdings während des Filmfestivals PinkPanorama, das vom 12. bis 18. November stattgefunden hat. Bereits zum 19. Mal organisierten Peter und sein Team dieses Jahr das queere Filmfestival in der Innerschweiz. Das reichhaltige Kinoprogramm war gespickt mit Streifen aus Deutschland, Frankreich, Dänemark, Schweden, Spanien, Kanada, USA, Brasilien oder Südafrika. Bei den schwulen Filmen standen Spielfilme im Vordergrund.

Peter sagt: «Wir verzeichneten 670 Eintritte und können damit angesichts der Umstände eigentlich sehr zufrieden sein.» In sehr guten Jahren seien zwar auch schon 1200 Eintritte verkauft worden, meint er, doch diesen Rekord zu schlagen, wäre im Corona-Jahr 2020 nun wirklich sehr unwahrscheinlich gewesenen. «Man muss bedenken, dass wir ein eher kleines Festival sind und nur einen Saal zur Verfügung haben», erklärt Peter. Zudem werden die allermeisten Filme nur ein einziges Mal gezeigt: «Da spielt natürlich auch das Wetter eine entscheidende Rolle: Ist es schön und sonnig wie in diesem November, kommen an die Nachmittagsvorstellungen einfach weniger Menschen.»

Auch die Regionalgruppe Innerschweiz liess es sich nicht nehmen, dem Festival im Rahmen eines Spezial-Apéros einen Besuch abzustatten. Eine Handvoll Networker traf sich am Dienstagabend zum Apéro im Bourbaki Bistro und schaute sich anschliessend die beiden Filme «Louis and Zach» und «Label me» im stattkino an. Regionalleiter Michael Müller sagt: «Es war ein Networkanlass im kleinen, aber feinen Rahmen. Aber es war schön, dass wir den Anlass mit den nötigen Sicherheitsmassnahmen überhaupt durchführen durften.»

Darüber war auch Kinobetreiber Peter froh: «Zwei Wochen vor dem Festival war nämlich unsicher, ob es eine Beschränkung auf 30 Personen geben würde. Wir mussten uns entscheiden, ob wir das PinkPanorama überhaupt durführen oder nicht.» Rückblickend hat sich der Mut gelohnt: Die Beschränkung ist bei 50 Personen geblieben und Peter und sein Team bescherten der Innerschweiz einen eindrücklichen LGBT-Kinonovember.

Text: Michel Bossart

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