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Drag Bingo-Abend
 5.2.24

Biederes Bingo trifft coole Queens

Drag Bingo
Die beiden Drag-Glücksfeen und Conférencier Markus Dinhobl (Bild: network Bern)

Die Regionalgruppe Bern lud zum grossen Drag Bingo-Abend! Ob auch der eine oder andere Networker im Drag-Outfit erschien, wie das in der Einladung vorgeschlagen wurde?

Bingo gilt als spielgewordene Biederkeit, eine Freizeitaktivität mit einem erwartbaren Mass an Vergnügen und Nervenkitzel. Doch es gibt eine abenteuerliche Mixtur gegen dieses Imageproblem: Was geschieht, wenn man den Bingo-Abend mit einer Drag-Show kreuzt? Dann wird die Veranstaltung plötzlich um einiges schriller und nimmt Fahrt auf. «Was in Zürich, London und New York funktioniert, kann für Bern nicht verkehrt sein», dachte sich Organisator Markus Dinhobl – und er sollte Recht behalten!

Olivenöl und Designerschals
Beim Chlousenabend habe man den älteren Mitgliedern noch erklären müssen, was sich denn hinter der Veranstaltung «Drag Bingo-Abend» vom 23. Januar verbirgt. Doch nach und nach habe sich die Anmeldeliste gefüllt. «Am Abend platzte unsere Location im Kapitel Bollwerk – auch dank zahlreicher Gäste – aus allen Nähten», berichtet Markus.

Viele hätten ihren Partner oder Kollegen mitgebracht, was auch eines der Ziele des Abends gewesen sei. «Aber auch der zweite Hintergedanke ging voll auf: Wieder einmal etwas zu veranstalten, wo Alt und Jung ungezwungen ins Gespräch kommen und zusammen einen lustigen Abend verbringen.»

Drag Bingo verbinde in wunderbarer Weise das herrlich-spiessige Bingo-Spiel mit der queeren Drag-Kultur. «So gesehen passt das irgendwie hervorragend zu network», meint Markus schmunzelnd. Die Gäste nehmen an einem ganz normalen Bingo-Abend teil. Der einzige Unterschied sei, dass zwei Dragqueens als Glücksfee fungieren – anzügliche Sprüche natürlich inklusive. Die Preise wurden allesamt von Networkern gespendet und reichten von Wein und edlem Olivenöl über Küchenutensilien und Designerschals bis hin zu Kino- oder Adventure-Gutscheinen.

Zwei Queens aus dem Oberland
Mit Miss Terra Torrium und Crystal DLight hat die Regionalgruppe zwei junge Drag Queens aus dem Berner Oberland engagiert und damit gleich noch Nachwuchsförderung betrieben. «Für die bösen Sprüche bei der Ziehung musste mehrheitlich ich sorgen – da waren sie noch etwas schüchtern.» Aber am Ende hätten sie Vollgas gegeben und es sich nicht nehmen lassen, zum krönenden Abschluss noch eine Tanzeinlage aufs Parkett zu legen, so Markus.

Auch für die beiden Dragqueens war das Ganze eine neue und spannende Erfahrung, wie sie uns während einer exklusiven Audienz verrieten. Das Publikum sei zwar zuweilen noch etwas zurückhaltend gewesen, aber dennoch habe ihnen der Abend gefallen.

Crystal DLight ist die Performance Queen, die es liebt, das Publikum zu unterhalten, und von sich selbst sagt: «Wenn ich erscheine, bebt die ganze Bühne!» Miss Terra Torrium ist die Look/Makeup Queen, die sich im Rampenlicht entfaltet «wie ein Schmetterling, der aus einer Raupe schlüpft». Zusammen machen sie unter anderem Shows in Bern, Luzern und Interlaken, wo auch das von Miss Terra Torrium gegründete «Dragwunderland DLight» seinen Hauptsitz hat.

Keine Konkurrenz
Ist das Berner Oberland nicht ein hartes Pflaster für junge Dragqueens? «Das Publikum in Interlaken ist sehr lebendig, und auch sehr offen. Aber trotzdem ist es hier sehr schwierig als Dragqueen Fuss zu fassen», sagt Miss Terra Torrium. Das Draghaus diene deshalb als Safe Space für Dragqueens.

In der Einladung schrieb Markus, dass man den Queens gerne mit einem eigenen Kostüm Konkurrenz machen dürfe. Von den fast 40 Anwesenden habe das dann aber doch niemand gewagt. «Vielleicht auch zu viel verlangt, sich den Dienstagnachmittag freizunehmen, um das grosse Gala-Make-Up aufzutragen», meint Markus augenzwinkernd.

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