Vereinsleben 29.4.26
Region Innerschweiz: «Familiär und sichtbarer geworden»
Nach vier Jahren übergibt Stephan Bitzi die Leitung der Regionalgruppe Innerschweiz an Oliver Hold. Im Gespräch blicken die beiden auf die Entwicklung der Region zurück – und nach vorn.
Oliver, du bist seit knapp einem Jahr bei network. Hat dich etwas überrascht?
Oliver: Ja – wie schnell man Regionalleiter werden kann (lacht). Aber im Ernst: Mich hat vor allem dieses positive Grundgefühl überrascht. Wenn man sich einbringt, wächst man schnell hinein. Ich hatte vorher wenig Erfahrung mit Vereinsarbeit. Zu sehen, wie stark Community hier gelebt wird, war für mich eine sehr schöne Erfahrung.
Stephan, wie bist du die Nachfolgesuche angegangen?
Stephan: Es war ein Prozess. Ich habe früh kommuniziert, dass ich zurücktrete, aber ich habe nicht erwartet, dass sich jemand einfach meldet. Man muss die Leute aktiv ansprechen. Gemeinsam mit der Regionalleitung haben wir uns überlegt, wer infrage kommt. Oliver war einer davon – auch weil er sich eingebracht und gute Impulse gegeben hat. Insgesamt hat es etwa neun Monate gedauert, bis alles stand.
Oliver, wie hast du den Übergang erlebt?
Oliver: Sehr unkompliziert. Wir sind das eher agil angegangen. Stephan hat mir alles mitgegeben, was er als wichtig empfand, und ich konnte jederzeit nachfragen. Das hat sehr gut funktioniert – und tut es immer noch.
Stephan, welche Momente bleiben dir als Regionalleiter besonders in Erinnerung?
Stephan: Die Generalversammlung im Schwimmbad war sicher ein Highlight, da wurden wir alle ein bisschen ins kalte Wasser geworfen. Und unsere Retraite: Wir haben gemeinsam reflektiert, wohin sich die Region entwickeln soll. Das war sehr wertvoll und wirkt bis heute nach.
Welche Rolle spielt diese Retraite für die heutige Ausrichtung?
Oliver: Sie hat viel geprägt. Die Gruppe hatte schon ein klares Profil, und ich konnte mich damit gut identifizieren. Das war auch ein Grund, warum ich die Rolle übernommen habe.
Die Regionalgruppe Innerschweiz zählt rund 40 Mitglieder, mit welchem Wort würdet ihr euch beschreiben?
Stephan: Familiär.
Oliver: Genau – sehr persönlich. Man kennt sich gut, das macht die Atmosphäre besonders.
Wie hat sich die Region in den letzten Jahren entwickelt?
Stephan: Einerseits haben wir das Familiäre gepflegt. Andererseits sind wir nach aussen sichtbarer geworden, etwa durch unsere erste Teilnahme an der Pride Zentralschweiz oder durch die Zusammenarbeit mit anderen LGBTI-Organisationen in der Region. Diese Vernetzung wird immer wichtiger.
Oliver, wohin möchtest du die Region weiterentwickeln?
Oliver: Vieles läuft bereits sehr gut. Ich möchte vor allem das Engagement und die Interaktion weiter stärken und auch neue Mitglieder gewinnen. Gleichzeitig ist mir wichtig, den familiären Charakter zu erhalten und die Community über Generationen hinweg zu verbinden.
Gibt es einen Anlass, um die Region kennenzulernen?
Oliver: Unser regelmässiger Apéro ist ideal. Wir treffen uns jeweils dienstags in Luzern, im «Wilden Mann» oder im Sommer draussen.
Stephan: Empfehlen kann ich auch unseren «Bring a Friend»-Event, der das nächste Mal am 16. Juni stattfindet.