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Im Fokus 10.11.22

Der singende Strategie-Experte

Xavier Castañer ist seit dem 16. Oktober Network-Mitglied. (Bild: zur Verfügung gestellt)
Xavier Castañer ist seit dem 16. Oktober Network-Mitglied. (Bild: zur Verfügung gestellt)

Xavier Castañer ist seit Mitte Oktober Mitglied bei Network Vaud. Der gebürtige Katalane lebte schon in fünf verschiedenen Ländern und lehrt zurzeit an der HEC Lausanne.

Xavier, kannst du dich an deinen ersten Network-Anlass erinnern?
Selbstverständlich! Das war im Dezember 2021. Wir besuchten das Château Saint-Maire, wo der Staatsrat des Kantons Waadt tagt. Wir durften zahlreiche Räume des Schlosses besichtigen, darunter auch das Sitzungszimmer des Rates. Die Vorsitzende, Nuria Gorrite, ist Kunsthistorikerin und hat uns eine aussergewöhnliche Führung gegeben. Generell sind die Anlässe bei Network von hoher Qualität und machen immer viel Spass. Sowohl Raphael als auch François sind grossartig darin, Neuankömmlinge willkommen zu heissen und ihnen das Gefühl zu geben, Teil der Gruppe zu sein.

Du forschst und lehrst an der HEC Lausanne auf dem Gebiet der strategischen Unternehmensführung. Welche Fragen beschäftigen dich zurzeit?
Ich starte gerade ein neues Forschungsprojekt über die Erfolgsfaktoren von Allianzen zwischen Unternehmen zur Verbesserung ihrer Nachhaltigkeit und insbesondere zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft. Falls Network-Mitglieder Interesse an einer Teilnahme haben, würde ich mich freuen, von ihnen zu hören!

Du hast in Minnesota doktoriert: Wie kam es dazu?
Ich bewarb mich für verschiedene PhD-Programme in den USA, weil dort im Bereich der Managementforschung Pionierarbeit geleistet wurde. Minnesota hat eine hervorragende Strategieabteilung mit mehreren Spitzenwissenschaftlern auf den Gebieten, die mich interessierten. Ausserdem wusste ich, dass die «Twin Cities» eine phänomenale Kultur- und Kunstszene besitzen.

Wie hast du diese Zeit erlebt?
Die fünf Jahre dort waren sehr intensiv und prägend. Ich war auch im Land, als sich die Terroranschläge vom 11. September ereigneten. Ich erlebte die US-amerikanische Kultur und ihre Werte, aber auch ihre Vielfalt. Dank meinen Klassenkameraden lernte ich ebenso über jüdische, muslimische und asiatische Kulturen. Ich bin sehr dankbar für diese Erfahrungen und für die Freundschaften, die daraus entstanden sind.

Bist du ein politisch interessierter Mensch?
Ich interessiere mich dafür, wie wir kollektiv entscheiden, unsere Gemeinschaft und die Welt zu gestalten. Das hat eigentlich auch mit meiner Forschung zu tun: Wie verschiedene Akteure – ob Firmen oder andere Organisationen – mit unterschiedlichen Interessen und Ressourcen versuchen, gemeinsame Ziele zu erreichen. Da ich in Spanien, Frankreich, Israel und den USA gelebt habe, lernte ich sehr unterschiedliche Systeme kennen. Als gebürtiger Katalane bin ich natürlich daran interessiert, wie verschiedene staatliche Einrichtungen die Kultur einer nationalen Gemeinschaft respektieren. Die Schweiz ist ein sehr spezieller, interessanter und erfolgreicher Fall. Auch bei LGBTI-Themen hat sie enorme Fortschritte gemacht. Dort gilt es nun, zu definieren, was es bedeutet, unsere Sexualität und Identität auf eine wirklich «normale» Weise zu leben.

Was tust du, um dich von deiner Arbeit zu erholen?
Die Herausforderung ist, nicht das Bedürfnis zu haben, sich von der Arbeit «erholen» zu müssen. (lacht) Aber in der Tat ist es manchmal schwierig, sich eine Auszeit zu nehmen; wir leben in einer Leistungskultur. Ich treibe Sport, treffe Freunde, besuche kulturelle Veranstaltungen und singe auch ein wenig. Das ist eine andere Art, mich auszudrücken, die viel emotionaler ist als meine akademische Arbeit.

Interview: Silvan Hess

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