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Eventbranche 31.7.26

«Du brauchst im Leben immer einen Plan B»

Innovation im Geschäftsmodell: Während der Corona-Pandemie musste sich Peter Young neu erfinden. Der Networker und langjährige Eventplaner baute sich als Interior Designer ein zweites Standbein auf.

Vier Jahrzehnte ist Peter Young bereits in der Eventbranche tätig. Von seinen Büros in Saanen, Davos, Genf und Zürich aus organisiert er Veranstaltungen für internationale Unternehmen und Privatkunden im gehobenen Segment: vom exklusiven Firmenlass beim World Economic Forum (WEF) bis zur privaten Geburtstagsfeier auf Ibiza. Als die Corona-Pandemie sein Kerngeschäft praktisch zum Stillstand brachte, entschied er sich, sein Unternehmen neu auszurichten.

«Du brauchst im Leben immer einen Plan B», sagt Peter. Schon früher hatte er sich mit Interior Design beschäftigt. Während der Pandemie griff er diese Leidenschaft wieder auf. «Ich dachte mir einfach: Mal sehen, ob es funktioniert.» Es funktionierte und entwickelte sich zu einem zweiten erfolgreichen Standbein, das bis heute fester Bestandteil seines Unternehmens geblieben ist.

Zuhören ist wichtiger als jede kreative Idee
Ob Eventplanung oder Inneneinrichtung, für Peter beginnt jedes Projekt gleich: mit Zuhören.«Man darf den Kund:innen nichts aufzwingen», sagt er. Viel wichtiger sei es, ihre Wünsche und Bedürfnisse wirklich zu verstehen. Selbst wenn ihm eine Idee persönlich nicht gefalle, lehne er sie nie direkt ab. Stattdessen zeige er später mögliche Alternativen auf. «Am Ende sollen die Kund:innen das Gefühl haben, selbst die richtige Entscheidung getroffen zu haben.»

Gerade im Premiumsegment sei dieses Fingerspitzengefühl entscheidend. Nicht möglichst spektakuläre Ideen stünden im Vordergrund, sondern Lösungen, die zur Persönlichkeit und zu den Erwartungen der Auftraggeber passen. Der überwiegende Teil seiner Aufträge entsteht über persönliche Empfehlungen oder langjährige Kundenbeziehungen.

Zu seinen Kund:innen zählen internationale Unternehmen, darunter PwC, Zürich Versicherungen oder Manchester United, sowie Privatpersonen. Viele von ihnen tragen in ihrem Berufsalltag grosse Verantwortung und stehen entsprechend unter Druck. «Wenn sie mich am Wochenende anrufen, nehme ich ab», sagt Peter. «Sie haben oft selbst einen enorm stressigen Alltag. Wenn ich ihnen etwas abnehmen kann, mache ich das gerne.» Diese Nähe sei für ihn selbstverständlich. «Mein Geschäft basiert auf Vertrauen.»

Nicht jeder Auftrag ist ein guter Auftrag
Mit den Jahren hat Peter jedoch auch gelernt, auch Nein zu sagen.«Früher musste ich jeden Auftrag annehmen. Heute kann ich auswählen, mit wem ich zusammenarbeiten möchte.»Die Chemie müsse stimmen. Schwierige Kund:innen würden selbst bei perfekter Arbeit selten zufrieden sein. «Das Geld ist es nicht wert, wenn die Zusammenarbeit einem die Energie raubt.»

Viele seiner Kundinnen seien ihm über die Jahre eng verbunden geblieben. «Rund 90 Prozent meiner Kundschaft sind Frauen.» Dass er schwul sei, empfinde er dabei oft sogar als Vorteil. «Sie vertrauen mir und erzählen mir Dinge, die sie vielleicht nicht jedem erzählen würden.»

network als Ort für den Austausch
Seit rund 15 Jahren ist Peter Mitglied bei network. Auch wenn sein Berufsalltag spontane Änderungen oft unvermeidbar macht und er deshalb nicht regelmässig an Veranstaltungen teilnehmen kann, schätzt er den Austausch mit anderen Mitgliedern.«Ich komme immer mit einem guten Gefühl von einem network-Anlass nach Hause», sagt er.

Eine Überzeugung begleitet ihn dabei nicht nur im Berufsleben, sondern auch privat: «Sei freundlich zu den Menschen.» Ob Kundschaft, Hotelpersonal oder Serviceangestellte – Respekt sei keine Frage der Position. Auch im gehobenen Preissegment gelte für ihn: «Wer andere von oben herab behandelt, mit dem möchte ich keine Geschäfte machen.»

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