Im Fokus 31.8.26
«Eigenverantwortung im Job ist wichtig für mich»
Als Dominic Grüner vor rund dreieinhalb Jahren in die Schweiz kam, war network eine seiner ersten Anlaufstellen, um neue Kontakte zu knüpfen. Heute ist er Mitglied der Regionenleitung Zürich und organisiert selbst Events für Networker.
Dominic, du arbeitest als Program Manager im Bereich Supply Chain. Was genau machst du?
Supply Chain umfasst vereinfacht gesagt Einkauf, Logistik und Produktion. Ich selbst arbeite im Einkauf für Gebäudetechnik. Wir stellen Systeme für Brandschutz, Sicherheit oder Gebäudeautomation her.
In meiner Funktion kümmere ich mich vor allem um spezielle Projekte. Dabei geht es etwa darum, Produkte gemeinsam mit der Entwicklung so anzupassen, dass sie effizienter hergestellt werden können. Gleichzeitig beschäftigen wir uns mit strategischen Fragen: Wo kaufen wir Komponenten ein? Welche Risiken könnten in Zukunft entstehen? Meine Aufgabe ist es, die verschiedenen Bereiche zusammenzubringen und Lösungen zu finden, bevor Probleme entstehen.
Was gefällt dir daran besonders?
Dass kein Tag wie der andere aussieht. Ich habe früher beispielsweise auch mal im Controlling gearbeitet. Dort gibt es einen relativ klar vorgegebenen Monatszyklus. Das ist super um viel zu lernen, bietet jedoch leider wenig Raum für Eigenverantwortung.
Du bist schon seit deiner Ausbildung bei Siemens. Was hält dich bis heute dort?
Vor allem die Entwicklungsmöglichkeiten. Siemens ist zwar eine Firma, darunter gibt es aber sehr viele unterschiedliche Geschäftsbereiche. Ich kann in einem völlig anderen Bereich arbeiten oder mich international weiterentwickeln. Diese Kombination findet man nicht überall.
Auch Diversity ist für mich wichtig – und dabei geht es nicht nur um LGBTIQ. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen zusammenarbeiten, entstehen innovativere Lösungen. Gleichzeitig finde ich es schön, in einem Unternehmen zu arbeiten, in dem man einfach man selbst sein kann. Bei uns ist die sexuelle Orientierung kein Thema. Sei wer du bist und leiste deinen Beitrag.
War dein eigener Karriereweg vom Einkauf über Controlling bis zum Programmmanagement geplant?
Es ist eine Mischung aus Planung und Zufall. Geplant war mein duales Studium, eine kaufmännische Ausbildung und gleichzeitig habe ich Betriebswirtschaft studiert.
„Heimat“, wenn man das so nennen kann, habe ich im Einkauf gefunden. Durch meine unterschiedlichen Funktionen konnte ich ein breiteres Geschäftsverständnis entwickeln. Gerade an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Bereichen, wo unterschiedliche Themen, Menschen und Herangehensweisen aufeinandertreffen, entstehen für mich oft die spannendsten Aufgaben. Die kann man dann vorher schwer planen.
Dein Berufsalltag klingt ziemlich strukturiert. Bist du privat auch ein Planer?
Ein entschiedenes Jein. Struktur und Planung sind mir wichtig – aber ein Plan hält bekanntlich nur so lange, bis er zum ersten Mal auf die Realität trifft.
Auch privat organisiere ich gerne, aber ich muss nicht alles durchplanen. Gerade in den Ferien möchte ich Raum für Spontanität haben. Bei einem Roadtrip beispielsweise muss ich nicht vorher schon wissen, was ich an jedem einzelnen Tag mache.
Wie sieht für dich ein perfekter freier Tag aus?
Er beginnt auf jeden Fall ohne Wecker. Bewegung muss dazugehören, genauso wie Zeit mit Freunden und idealerweise bin ich draussen. Ich verbringe beruflich etwa 90 Prozent meiner Zeit drinnen und freue mich deshalb umso mehr, wenn ich rauskomme. Rennradfahren und Tauchen sind zwei grosse Hobbys von mir. Der perfekte Tag ist eine Mischung aus Aktivität und Entspannung.
Wie bist du ursprünglich zu network gekommen?
Als ich neu in die Schweiz kam, stellte ich schnell fest, dass es gar nicht so einfach ist, Anschluss zu finden. Ein Arbeitskollege, der selbst ein grosser Netzwerker und Ally der Community ist, meinte irgendwann zu mir: «Google doch mal, was es gibt.»
So bin ich ziemlich schnell auf network gestossen und habe einfach eine E-Mail geschrieben. Mein erster Anlass war ein Mittwochs-Apéro in Zürich. Danach kamen immer mehr Events dazu.
Was unterscheidet network für dich von anderen Netzwerken?
Ganz klar die Mischung der Menschen. Ich hatte auch andere Gruppen ausprobiert. Dort trifft man dann beispielsweise Deutsche, die in der Schweiz leben, oder im beruflichen Umfeld Menschen aus derselben Branche. Bei network kommen ganz unterschiedliche Berufe, Hintergründe und Erfahrungen zusammen – verbunden durch ein gemeinsames Mindset.
Dadurch schaut man über den eigenen Tellerrand und lernt Menschen kennen, denen man im Alltag wahrscheinlich nie begegnen würde.
Mittlerweile bist du selbst Teil der Regionenleitung Zürich. Was möchtest du dort bewegen?
Seit diesem einigen Monaten bin ich dort dabei und organisiere gemeinsam mit Michael Suter Events. Ich würde beispielsweise gerne mehr Firmenbesuche anbieten, weil ich es spannend finde, Einblicke in andere Unternehmen zu bekommen.
Anfang September organisiere ich selbst einen Anlass bei uns in Zug mit Fabrikführung, Einblicken ins Business, einer Paneldiskussion zu DEI Themen und anschliessendem Apéro. Ich finde aber auch Veranstaltungen spannend, bei denen es einmal um etwas völlig anderes geht. Ein Tanzkurs steht zum Beispiel noch auf meiner persönlichen Wunschliste.
Zum Schluss: Wo würde man dich an einem freien Sommerabend am ehesten antreffen?
Irgendwo am See wahrscheinlich.