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Politik 6.4.18

«In unserem Kanton gibt’s noch einiges zu tun»

Networker Sébastien Nendaz reichte letzten Herbst beim Grossen Rat des Kantons Wallis ein Postulat ein: Der Kanton soll der «Charta der Vielfalt» beitreten. Nach einer kurzen Debatte wurde das Postulat noch im Entwicklungsstadium deutlich abgelehnt.

Am 12. September 2017 hat Suppleant Sébastien Nendaz beim Grossen Rat des Kantons Wallis ein Postulat eingereicht: «Die Vielfältigkeit unserer Angestellten ist ein Trumpf». Mit dem Postulat wollte Networker Sébastien, dass sein Kanton die Möglichkeit prüft, der «Charta der Vielfalt» beizutreten. Die Charta, die von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden sowie von Vereinen unterstützt wird, hätte das Wallis dazu verpflichtet, den Grundsatz der Nichtdiskriminierung zu achten und zu fördern und dieses Engagement auch für alle Angestellten verpflichtend zu kommunizieren.

An der Sitzung vom 6. März wurde das Postulat im Grossen Rat besprochen. Als Erster äusserte sich Sandro Fux von der SVP Oberwallis dazu. Er war der Ansicht, dass die Charta «vor Pathos nur so triefe», «purer linker Populismus» sei und überhaupt die angesprochenen Punkte alle in der Realität bereits umgesetzt seien. Auch Sarah Luyet von der SVP sah keinen Grund, das Postulat anzunehmen, Diskrimination müsse «von Fall zu Fall» bekämpft werden und nicht als allgemeingültiges Gesetz. Zudem sei es Sache der Familie und nicht des Staates für eine tolerante und nichtdiskriminierende Erziehung zu sorgen. Auch das nachfolgende Votum von Charles de Rivaz (PDCB) ging in diese Richtung: Der Staat Wallis sei ein attraktiver Arbeitgeber, der diese Prinzipien bereits einhalte und zwar ohne zusätzliche Bürokratie. Keiner der Votanten setzte sich für die Annahme des Postulates ein. So nutzte es auch nichts mehr, als Sébastien zum Schluss nochmals an die Grossräte appellierte, dass bereits 1385 KMUs die Charta bereits unterschrieben haben und dass es sich dabei nicht um ein neues Gesetz, sondern eher um eine Willensbekundung ginge, die ein positives Bild eines modernen Staates zeichnen würde.

Nach seinem beherzten Votum liess der Vorsitzende abstimmen. 31 Grossräte stimmten mit Ja, 77 mit Nein und einer enthielt sich der Stimme. Sébastiens Postulat wurde so im Entwicklungsstadium abgelehnt. 

Sébastien sagt dazu: «Wir Linken sind enttäuscht, aber ehrlich gesagt, wenig erstaunt. In unserem Kanton, der meint, so offen zu sein, gibt es also noch viel zu tun… »

Text: Michel Bossart

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