Arbeitswelt 30.5.26
KI zum Mitmachen statt zum Staunen
Künstliche Intelligenz kann weit mehr, als nur Texte korrigieren oder Fragen beantworten. Beim nächsten «Network Skills»-Workshop am 1. Juni zeigt Networker Nik Eugster, was mit der KI «Claude» heute bereits möglich ist – ganz ohne Programmierkenntnisse.
Viele Menschen nutzen KI bislang vor allem wie eine Suchmaschine oder ein Chatfenster. Genau dort möchte Nik Eugster ansetzen. «Das Ziel des Workshops ist, über das klassische Chatfenster hinauszukommen», sagt er. Gerade bei Claude seien in den letzten Monaten zahlreiche neue Funktionen dazugekommen, die vielen noch gar nicht bekannt seien.
Der virtuelle Workshop richtet sich bewusst auch an Einsteiger. Vorkenntnisse brauche es keine. «Man muss nicht programmieren können und keinen Code schreiben», betont Nik. «Es reicht, wenn man schon einmal mit einem KI-Chat gearbeitet hat und neugierig ist, was darüber hinaus möglich ist.»
Im Zentrum steht dabei vor allem das praktische Ausprobieren. Die Teilnehmenden sollen nicht nur zuschauen, sondern selbst kleine Anwendungen entwickeln. Möglich seien etwa einfache digitale Helfer, kleine Programme oder interaktive Lernspiele. Nik nennt ein persönliches Beispiel: «Ich hatte das Gefühl, dass ich genug von Duolingo habe und wollte etwas Eigenes zum Holländischlernen. Also habe ich Claude ein kleines Sprachspiel bauen lassen, mit dem ich nun täglich üben kann.»
Besonders faszinierend findet er, dass viele dieser sogenannten «Artefakte» direkt innerhalb von Claude laufen und ohne technisches Vorwissen erstellt werden können. «Man beschreibt einfach, was man möchte, und entwickelt die Idee gemeinsam mit der KI weiter.»
Dass künstliche Intelligenz dabei kritisches Denken ersetzen könnte, sieht Nik nicht. Im Gegenteil: «Man muss bei KI extrem kritisch bleiben, weil sie auch Unsinn produziert.» Gerade deshalb brauche es Menschen, die Inhalte hinterfragen und einordnen können. Für ihn ist KI weniger ein Ersatz für Kreativität als vielmehr ein Gegenüber, mit dem man Ideen weiterentwickeln kann. «Von nichts macht die KI auch nichts. Es ist immer ein Zusammenspiel.»
Je nach Anwendung hätten die verschiedenen KI-Systeme zudem unterschiedliche Stärken. Während ChatGPT etwa besser Bilder generiere, sei Claude besonders stark darin, kleine Anwendungen oder praktische Alltagslösungen zu entwickeln. «Das klingt kompliziert, ist es aber nicht», sagt Nik. «Man kann damit kleine Helfer bauen, die einem repetitive oder mühsame Aufgaben abnehmen.»
Das könnten ganz unterschiedliche Dinge sein: Texte kürzen, Bilder automatisch zuschneiden oder handgeschriebene Kochrezepte übersichtlich digitalisieren. «Die spannendste Frage ist eigentlich: Was nervt mich im Alltag immer wieder – und wie könnte KI das einfacher machen?»
Für den Workshop selbst braucht es lediglich ein kostenloses Konto bei Claude. «Mehr muss man nicht installieren oder vorbereiten», sagt Nik. Der Rest sei vor allem Neugier – und die Bereitschaft, Dinge einfach auszuprobieren.
Mehr Infos zum virtuellen Workshop gibt’s im Intranet.