Pride und Inklusion 26.6.26
«Es ist wichtig zu wissen, dass das Unternehmen hinter einem steht»
Wie leben internationale Unternehmen Diversität und Inklusion im Alltag? Darüber spra-chen wir mit Networker Adrien Clot. Er arbeitet seit fast zehn Jahren bei Philip Morris International (PMI) in Lausanne und engagiert sich im firmeninternen LGBTI-Netzwerk «Stripes».
Für Adrien Clot sind LGBTI-Initiativen in grossen Konzern weit mehr als ein Symbol: Sie schaffen Sichtbarkeit, Austausch und konkrete Unterstützung für Mitarbeitende auf der ganzen Welt. Der Networker arbeitet als Senior Procurement Manager am Hauptsitz von PMI in Lausanne. Was ihn an seinem Arbeitgeber besonders fasziniert, ist die Dynamik des Unternehmens.
«PMI befindet sich mitten in einer grossen Transformation», sagt er. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, langfristig aus dem klassischen Zigarettengeschäft auszusteigen und rauchfreien Alternativen eine immer wichtigere Rolle zu geben. «Es ist ein spannender Mix aus der Schnelligkeit eines amerikanischen Unternehmens und einer eher schweizerischen, menschenorientierten Arbeitsweise.»
Ein globales Netzwerk für LGBTI-Mitarbeitende
Ein wichtiger Bestandteil dieser Unternehmenskultur ist «Stripes», das globale LGBTIQ+-Mitarbeitendennetzwerk von PMI. Es wurde 2020 in der Schweiz gegründet und war damals die erste offizielle Employee Resource Group des Unternehmens.
Heute zählt Stripes rund 1000 Mitglieder in 15 lokalen Gruppen weltweit. Das Netzwerk ist nicht nur an den internationalen Hauptstandorten präsent, sondern auch in Produktionsstätten und Märkten rund um den Globus.
«Besonders beeindruckend finde ich, dass Menschen aus sehr unterschiedlichen Ländern zusammenkommen», sagt Clot. «Bei unseren globalen Veranstaltungen nehmen Mitarbeitende aus Brasilien oder Grossbritannien genauso teil wie Kolleginnen und Kollegen aus den Philippinen oder Indonesien.»
Gerade in Ländern, in denen LGBTI-Personen weniger sichtbar seien oder weniger Unterstützung erfahren würden, habe das Netzwerk eine wichtige Funktion. «Es ist für viele beruhigend zu wissen, dass die Gruppe Stripes hinter ihnen steht und dass es Kolleginnen und Kollegen gibt, mit denen sie sich austauschen können.»
Gemeinsam mit network
Auch die Verbindung zwischen Stripes und network ist in den letzten Jahren gewachsen. Adrien Clot selbst hat mehrfach Anlässe organisiert, die beide Netzwerke zusammengebracht haben.
2023 lud PMI rund 50 Mitglieder von network und WyberNet nach Neuenburg ein. Die Gäste erhielten Einblicke in das Forschungszentrum und die Fabrik des Unternehmens und konnten sich beim anschliessenden Networking-Apéro austauschen. Auch der damalige Chief Diversity Officer von PMI war vor Ort.
«Es war eine schöne Gelegenheit, Türen zu öffnen und zu zeigen, was PMI im Bereich Diversität und Inklusion macht», erinnert sich Clot. Auch an der Generalversammlung 2024 in Montreux war Stripes als Sponsor präsent. Dadurch konnten Mitglieder der Gruppe am Galaabend teilnehmen und neue Kontakte innerhalb von network knüpfen.
Diversität braucht Unterstützung von oben
Was Clot an Stripes besonders schätzt, ist die Unterstützung durch die Unternehmensleitung. Das Netzwerk wird von einem Senior Vice President gesponsert, der regelmässig an Veranstaltungen teilnimmt und das Thema sichtbar mitträgt.
«Er lebt das Engagement wirklich vor», sagt Clot. «Das macht einen grossen Unterschied.»
Während viele amerikanische Unternehmen ihre Diversity- und Inclusion-Programme zuletzt reduziert oder weniger sichtbar gemacht haben, nimmt Clot bei PMI keinen grundlegenden Wandel wahr. «Als Mitarbeitender spüre ich keinen Unterschied», sagt er. «Die Veranstaltungen finden weiterhin statt und ich fühle mich nach wie vor unterstützt.»
Was network und Unternehmen voneinander lernen können
Die Zusammenarbeit zwischen Stripes und network sieht Clot als gegenseitige Bereicherung. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein Anlass in Neuenburg mit network und WyberNet, bei dem ein Networker aus dem HR-Bereich Inspiration für sein eigenes Unternehmen mitnahm.
«Er fand die Idee lokaler Mitarbeitendengruppen mit starker Unterstützung durch Führungskräfte spannend», erzählt Clot. «Später hat er ein ähnliches Netzwerk in seinem eigenen Unternehmen aufgebaut.»
Eine weitere wichtige Verbindung zwischen PMI und network ist das Swiss LGBTI-Label. PMI gehörte zu den ersten Unternehmen, die mit dem Label ausgezeichnet wurden. Für Clot zeigt dies, wie Unternehmen und Organisationen gemeinsam dazu beitragen können, Inklusion am Arbeitsplatz sichtbar zu machen und langfristig zu stärken. «Am Ende geht es darum, Räume zu schaffen, in denen Menschen sich wohlfühlen und authentisch sein können – unabhängig davon, wo sie arbeiten oder leben.»