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Corona und mein Business 2.12.21

Wer alles auf eine Karte setzt…

Der Lockdown hat viele Selbständige an den Rand des Ruins gebracht. Basler Networker Peter Reichenstein und seine Firma VeriPro AG haben die Kehrtwende geschafft und das Business diversifiziert.

«Als der Lockdown kam, war nichts mehr, wie es vorher war», erzählt Networker Peter Reichenstein aus Pratteln. Da von einem Tag auf den anderen alle Kultur- und Grossveranstaltungen abgesagt wurden, hatte Peters VeriPro AG finanziell wichtige Aufträge verloren. Mit seinen fünf Mitarbeitenden ist, beziehungsweise war er in der Eventbranche tätig. VeriPro AG baute für Veranstaltungen die komplette Informations- und Kommunikationstechnik (ICT) auf. Die Dienstleistungen umfassten die technische Eventplanung wie das Bereitstellen von Telefonie-, Netzwerkinfrastruktur- und Videoüberwachungslösungen.

«Mir war wichtig», sagt Peter, «dass ich trotz Coronakrise niemanden entlassen musste.» Das ist ihm gelungen. Nicht zuletzt auch, weil sein Geschäftsführer und er sich die Löhne gekürzt hatten. Mehr aber noch, weil sie nicht die Faust im Sack machten, sondern aus eigener Kraft aus der Krise finden wollten. «Wir haben uns komplett reorganisiert und unsere Kernkompetenzen gestärkt.» Will heissen: ICT Lösungen im KMU- und Privatsektor, sind das Kernbusiness der VeriPro AG. Es galt nun, sich in diesem Markt verstärkt zu etablieren. «Das funktioniert jetzt recht gut», meint Peter. «Wir unterstützen heute Firmen und Privatpersonen in ICT Cloud-, Software- und Hardware-Lösungen, aber auch bei Datensicherheit und Sicherheitssystemen.»

Lediglich für einen Mitarbeiter konnte Kurzarbeit beantragt werden. Entschädigung für den direkte Verlust aus den weggebrochenen Eventteil hat die VeriPro AG nicht erhalten. «Uns wurde zwar ein Coronakredit gewährt, denn versuchten wir so weit wie möglich nicht zu nutzen, denn dieser muss ja bekanntlich ab nächstem Jahr wieder zurückbezahlt werden», bestätigt Peter.

Er und seine Mitarbeitenden hatten Glück im Unglück und eine Erkenntnis aus der Krise gezogen: «Uns wurde bewusst, dass es viel zu risikobehaftet ist, wenn man von einer Branche abhängig ist.» Vor der Krise seien weit über ein Drittel des Umsatzes aus der Eventbranche gekommen. Auch wenn es jetzt mit dem Kulturanlässen wieder vorwärts geht, will Peter sich in Zukunft diese Abhängigkeit ersparen. «Den Zweig ICT/Security werden wir auch künftig stärker bewirtschaften, um nicht wieder in ein Loch zu fallen und um die Diversifizierung aufrecht zu halten», sagt er bestimmt.

Als Networker ist es ihm ein Anliegen, sichtbar zu sein. «In unserem Verein gibt es viele selbstständige Unternehmer, die es ebenfalls hart getroffen hat.» Auch wenn ihm der Verein nicht direkt aus seiner Situation hätte heraushelfen können, so sei es doch wichtig, dass Mitglieder in herausfordernden Situationen nicht übersehen werden. «Und wer weiss», ergänzt Peter, «vielleicht kann man sich ja trotzdem irgendwie untereinander helfen.»

Text: Michel Bossart

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