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Arbeitswelt 6.4.18

Arbeitgeber auf dem Regenbogen

Wer sich am Arbeitsplatz wohl und akzeptiert fühlt, ist produktiver. Nach Dow Chemical im letzten Newsletter zeigen wir, was die LGBTI-Netzwerke von der Schweizerischen Post und Google für die Akzeptanz der Community innerhalb der Firma tun.

Grosse, internationale Firmen gehen mit dem Thema «LGBTI» meist relativ unverkrampft um und fördern nach ihren besten Möglichkeiten, dass sich alle Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz wohl und akzeptiert fühlen, so wie sie halt sind: Egal ob schwul, schwarz oder angegraut. Letzten Monat haben wir an dieser Stelle den internationalen Chemiekonzern Dow Chemical vorgestellt, diesen Monat werfen wir einen kurzen Blick auf Google und die Post.

Innerhalb der Schweizerischen Post gibt es drei verschiedene Netzwerke, eines davon heiss Rainbow und richtet sich an die lesbischen, schwulen, bi- und transsexuelle Mitarbeiter. Das Netzwerk wurde 2014 gegründet und organisiert regelmässige Stammtische und in unregelmässigen Abständen werden Aktivitäten wie Bowlingabende oder Kinobesuche geplant. Auch innerhalb der Post lässt sich Rainbow spüren: Ein laufendes Projekt ist ein Fotoshooting mit LGBTI-Models. Die Profibilder werden Teil der Bildwelt der Post sein. Ziel ist es, dass in Werbungen nicht mehr ausschliesslich Heteropärchen abgebildet werden, sondern dass man auch mal ein schwules Paar im Postauto oder zwei Lesben in der Postfiliale zu sehen bekommt.

Google, der kalifornische Grossbetrieb, der in Zürich an die 2500 Mitarbeiter beschäftigt, hat ebenfalls eine LGBTI-Netzwerk. Die Mitglieder nennen sich Gayglers, ein Wortspiel zwischen «gay» und «Googler». Neben den gemeinsamen Aktivitäten sorgt das Netzwerk beispielsweise dafür, dass im Filmclub auch Streifen mit LGBTI-Bezug gezeigt werden oder die Mitglieder schmücken während der Pridewoche die ganze Firma mit Regenbogenballons und laufen selbstverständlich als Googlers und Gayglers an der Pride mit. Ein weiteres Verdienst des Netzwerkes ist es zum Beispiel, dass Queeramnesty auf der offiziellen Spendenempfängerliste von Google gelandet ist: das hat den Vorteil, dass Google jeden von Mitarbeitern gespendeten Franken von sich aus verdoppelt.

Dass das Thema Diversität bei den grossen Firmen mehr oder weniger angekommen ist, ist auch Network bekannt. Nun gelte es, sagt Daniel Seiler in der Serie «im Fokus», auch die KMUs, die 99 Prozent der Schweizer Arbeitgeber darstellen, mit an Bord zu kriegen. Darum sei das von Network und Wybernet lancierte LGBTI-Label so wichtig: Nur so können allfällig existierende Mauern und Vorurteile gegenüber LGBTIs in der Arbeitswelt abgebaut werden.

www.lgbti-label.ch

Text: Michel Bossart

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